Santeria

Santeria (la Regla de Ocha, la Regla Lucumi) ist eine Religion, die in Kuba ausgeübt wird.
Die aus West-Afrika verschleppten Sklaven (hauptsächlich Yoruba aus dem heutigen Nigeria) brachten ihren Glauben mit in die neue Welt und versteckten ihre Orisha unter dem Deckmantel des katholischen Heiligenglauben. So konnte ihre Religion bis heute überleben.
 

Die Anhänger der Santeria glauben an eine höchste geistige Macht, die sie Olodumare nennen. Dies ist die Quelle von Ashé (spirituelle Kraft), der Schöpferkraft.
Zwischen Olodumare und den Menschen vermitteln die Orishas, welche auch über die Natur- und Elementarkräfte gebieten.
Der Kontakt zu den Orishas wird mit Hilfe von Ritualen, Gebeten, Orakel und Opfergaben hergestellt. So gerufen, helfen sie den Gläubigen dabei, Probleme zu lösen und weiter auf seinem spirituellen Weg voran zu kommen.
 

Bei der Santeria gibt es verschiedene Initiationsstufen, die der einzelne durchlaufen kann.
Zu Beginn steht meistens die Suche nach einem Padrino (Priester/Santero), oder einer Madrina (Priesterin/Santera), die einem Ile (Haus/Tempel) angehört. Hat man dann die entsprechende Person gefunden, kann man in die Religion aufgenommen werden (das entspricht in etwa der Initiation in einen Hexenzirkel/Coven). Man erhält dann die Ilekes (Collares). Das sind meistens fünf Glasperlenketten in den Farben von fünf Orisha (Eleggua, Oshun, Yemaya, Chango, Obatala), die diesen auch geweiht worden sind. Wichtig ist natürlich auch, daß zwischen dem Neuling (Aleyo) und dem Padrino / der Madrina ein Vertrauensverhältnis entstehen kann, d.h. man sollte sich schon sympathisch sein, immerhin ist der Padrino / die Madrina auch verantwortlich für das spirituelle Wohl und Vorwärtskommen des Neulings. Ob jemand die Ilekes erhält oder nicht, hängt nicht nur von der Madrina / dem Padrino ab, sondern auch davon, ob die Orisha es für nötig erachten, d.h. bevor überhaupt jemand in diese Religion eingeweiht wird, muß das Orakel befragt werden.
 

Wenn es der spirituelle Weg des Neulings erfordert (Orakelspruch der Orisha) erhält er als nächstes die Krieger (Guerreros). Diese können ihm entweder von einem Santero oder von einem Babalawo (Hoherpriester) überreicht werden. Die Guerreros sind vier Orishas (Eleggua, Ogun, Ochosi und Ossun), die den Neuling auf seinem spirituellen Weg schützen und ihm dabei helfen sollen, Hindernisse auf seinem Weg zu bewältigen.
Von einem Aleyo, der die Ilekes und die Guerreros besitzt sagt man auch, er wäre "Medio Assiento", d.h. er hat bereits den halben Weg zurückgelegt und ist bereit, für die PriesterInnenweihe (Ocha/Santo). Natürlich nur dann, wenn die Orisha es für nötig erachten (Orakel).
 

Spätestens jetzt ist es erforderlich, daß der "Kopf-Orisha" (der Schutz-Orisha, der den Kopf "regiert" - der Orisha "Elternteil", der dominiert) des Neulings bestimmt wird. Hierzu ist eine Befragung des Ifa-Orakels notwendig. Der Orisha des Ifa-Orakels ist Orunmila (Orunla). Er kennt den Weg eines jeden Menschen. Um Orunla "herabzubringen" ist die Anwesenheit von mindestens drei Babalawos notwendig. Das Ritual selber nennt sich "Mano de Orunla" (Hand von Orunla), wobei zwischen der Bezeichnung für Frauen (Ikofa) und Männer (Awofaka) unterschieden wird. Das Ritual dauert drei Tage, während der auch eine Orakelbefragung bezüglich des weiteren spirituellen Weges des Neulings durchgeführt wird (Ita). Zum Zeichen, daß man das Ritual durchlaufen hat, erhält man die Ileke und das Ide (Armband) in den Farben Orunlas (gelb/grün).
 

Nun zur PriesterInnenweihe: Die Gesamtdauer der Zeremonie beträgt sieben Tage. Während dieser Zeit darf die/der Iyawo (Braut der Orisha = neugeboreneR PriesterIn) den Ritualraum nicht verlassen und schläft dort auf einer Matte am Boden.
Am ersten Tag wird man zum Fluß gebracht, damit Oshun Olodumare ankündigen kann, daß eine neue Priesterin / ein neuer Priester geboren wird.
Später findet dann die "Geburt" statt, für deren Vorbereitung die neue Priesterin / der neue Priester kahlgeschoren, gewaschen und in neue weiße Klamotten gekleidet wird. Im Verlauf dieser Zeremonie werden die Orishas in den Kopf der Priesterin / des Priesters "gebracht".
Am dritten Tag findet zumeist eine Orakelbefragung statt, die sich auf das neue Leben als Priesterin / Priester bezieht und in dem auch die lebenslangen Tabus mitgeteilt werden können, an die sich die neue Priesterin / der neue Priester zu halten hat.
Am siebten Tag wird die neugeborene Priesterin / Priester zum Marktplatz geführt und dort quasi "vorgestellt". Danach darf sie sich wieder frei draußen bewegen, mit gewissen Einschränkungen. So darf eine/ein Iyawo in den ersten drei Monaten nach Einbruch der Dunkelheit das Haus nur in Begleitung der Madrina/ des Padrinos verlassen. Auch andere Tabus müssen während des Iyawojahrs beachtet werden: So darf eine/ein Iyawo während der ersten drei Monate die Kopfbedeckung auch im Haus nicht abnehmen, nicht in den Spiegel schauen und nimmt die Mahlzeiten mit einem Löffel auf einer Matte am Boden sitzend ein.
Während des restlichen Jahres (und natürlich auch in den ersten drei Monaten) muß eine/ein Iyawo nur reines Weiß tragen, darf keine anderen Menschen berühren, darf nicht ohne Kopfbedeckung aus dem Haus gehen, darf sich nicht berauschen, darf nicht tanzen, muß Menschenansammlungen und Massenveranstaltungen meiden, muß hitzige Diskussionen und Streit vermeiden u.v.m.
Diese Tabus sollen dem Schutz der/des Iyawos dienen und auch dazu beitragen, daß sich Iyawo und Orisha besser aufeinander einstimmen können (ohne störende Einflüsse), denn das erste Jahr ist nur der Beginn einer Beziehung die ein Leben lang (und darüber hinaus) bestehen wird und so, wie man die Orisha behandelt und ehrt, so werden sie einen selber behandeln.
 

Ursprung

Der Ursprung der Religion Santería ist in Westafrika, beim Volk der Yoruba zu finden. Das Gebiet dieser Ethnie, das sogenannte Yorubaland, erstreckt sich durchschnittlich 300 km Richtung Norden von der Küste ins Landesinnere und schließt im Nordosten die Städte Ondo und Ilorin ein. Im Nordwesten dehnt es sich über die Grenzen Nigerias über die Republik von Benin bis in das Zentrum von Togo aus.

Die Angaben über die Bevölkerungszahl der Yoruba weichen stark voneinander ab, es scheinen demnach keine genauen Zahlen zu existieren, laut Schätzungen der CIA jedoch macht das Volk der Yoruba etwa 21% der Gesamtbevölkerung Nigerias aus.Auch wenn man heutzutage gewöhnlich von den Yoruba als einem Volk spricht, muss darauf hingewiesen werden, dass man sie im eigentlichen Sinne nicht als einheitlichen Stamm definieren kann, sondern sie als in mehr als 20 Untergruppen mit eigenen Königreichen unterteilt betrachten sollte. Als Beispiele wären die Egba, Lagos, Ketu, Ijebu, Ekiti, Ibadan, Ifescha, Ife und die Ondo zu nennen. Erst im 19. Jahrhundert ist Yoruba als Oberbegriff für diese Stämme aufgekommen, als Missionare und Linguisten begannen, sich intensiver mit einzelnen afrikanischen Völkern zu befassen. Sie erkannten trotz gravierender Unterschiede zwischen diesen Völkern genügend Hinweise auf ein gemeinsames Kulturgut, um sie als eine ethnische Gruppe zu identifizieren. Jedoch wurde ursprünglich innerhalb Afrikas lediglich die Bevölkerung des Staates Oyo als Yoruba bezeichnet Die Yorubabevölkerung in Benin und Togo bezeichnet sich daher noch heute eher als Ife denn als Yoruba, dieser Gesamtbegriff wird häufig nur gebraucht, um ihre Identität gegenüber anderen ethnischen Gruppen wie den Haussa oder Nupe hervorzuheben. In der Vergangenheit spiegelten sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Stämmen in den auftretenden Konflikten wider, die besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrfach zu Kriegen untereinander geführt haben.

Mit der Errichtung der britischen Herrschaft 1880 und der Kolonialzeit in Nigeria ab 1914 entstand eine neue politische Struktur, die die politische Macht der einzelnen Königreiche einschränkte. Es erfolgte die Festlegung eines Dialektes als Standardsprache, Yoruba, innerhalb des Bildungswesens und in den Medien, wodurch sich im Laufe der Zeit unter diesen Stämmen weitere Gemeinsamkeiten entwickelt haben Folglich ist die Zusammenfassung dieser Untergruppen als ein Volk, Yoruba, zu mindestens in der heutigen Zeit berechtigt.

Trotz der Umstrukturierung des politischen Systems in Nigeria sind die Regionen des Yorubalandes noch immer in Königreiche unterteilt. Die Könige heißen obas, entstammen einer bestimmten Blutsverwandtschaft königlicher Herkunft und werden von einem Ältestenrat gewählt. Die Könige erfüllen aufgrund ihrer nun eingeschränkten Macht eher die Aufgabe eines Sprachrohres ihrer Untertanen, deren Anliegen sie an die Regierung weitergeben können

Die Kulturgeschichte der Yoruba ist schwer nachvollziehbar, denn bisher waren keine Schriften auffindbar, die ihre Traditionen mehr als 200 Jahre zurückverfolgen. Wissenschaftler spekulieren, dass das Volk vom Nordosten Afrikas nach Nigeria gewandert ist, da einige Ähnlichkeiten zwischen der ägyptischen und der yorubischen Kultur festgestellt wurden, z. B. in ihrem Kunststil Die Yoruba selbst erklären ihren Ursprung mit einer Vielzahl an überlieferten Erzählungen und Mythen, den sogenannten patakíes. Die meisten dieser patakíes erzählen von den Yoruba als einem Nomadenvolk, das seinen Ursprung in der nigerianischen Stadt Ife hat. Diese Stadt gilt daher auch heute noch als der allerheiligste Ort und als Mittelpunkt der Schöpfung. Der König von Ife (oni) wird als der König der Könige gesehen und als das Oberhaupt des gesamten Yorubalandes, und auch wenn er heutzutage keinen oder sehr wenig politischen Einfluss hat, bleibt er dennoch der Vater der Yoruba-Rasse und ihr spiritueller Führer.

Die traditionelle Religion der Yoruba, die laut Pollak-Eltz die am höchsten entwickelte Naturreligion" in Westafrika darstellt, ist mehr oder weniger der Grundstein ihres gesamten Lebens und stellt die Basis ihrer Weltanschauung dar Trotz der heute in ganz Nigeria weit verbreiteten Weltreligionen Islam und Christentum hat diese Religion bis heute überlebt und wird vor allem von Menschen in den ländlichen Gebieten weiterhin praktiziert. In schwierigen Situationen und in Krankheitsfällen jedoch kommen selbst Muslime und Christen auf ihre Ursprungsreligion zurück und lassen sich von einem Priester, den die Yoruba babalawo nennen, beraten.

Bezeichnend für dieses religiöse System ist die Komplexität und der Einfluss, den es bis heute auf ihre Kunst und die sozialpolitische Struktur der Yoruba ausübt. Die Stadt Ife, als das religiöse Zentrum, gilt als ein Pilgerort für das Volk, das anreist, um die Priester der Hauptgottheiten um Rat zu fragen. Hauptmerkmal der Religion ist das aus über 600 Gottheiten bestehende Pantheon. Charakteristisch für dieses ist zum einen die Vermenschlichung" der Götter (orishas), da diese wie die Menschen ihre Stärken und Schwächen haben und häufig Konflikte untereinander austragen, und zum anderen die Personifizierung der Naturkräfte. An oberster Stelle steht Olodumare, der Allmächtige, der als höchste Gottheit mit Respekt und Distanz behandelt wird. Niemals wenden die Menschen sich direkt an ihn, sondern suchen als Vermittler einen der orishas auf, der die Bitten der Gläubigen an den Allwissenden weitergibt.

Wichtige Bestandteile der yorubischen Religion sind Opfergaben für die orishas in Form von Nahrungsmitteln und Getränken, wobei jede Gottheit ihre Lieblingsspeisen und -getränke hat, der Glaube an die Reinkarnation, um eine nicht erfüllte Mission auf Erden zu Ende zu bringen, und Magie und Zauberei, die sich besonders in Trancezuständen während Ritualen und verschiedenen Formen von Wahrsagerei äußern.

Die Religion des Yorubavolkes ist keine Buchreligion, das gesamte System stützt sich vielmehr auf die bereits erwähnten patakíes, die von Generation zu Generation mündlich weitergegeben werden. Bei näherer Betrachtung der Religion trifft man deswegen häufig auf Widersprüche, denn die Aufzeichnungen durch Ethnologen und Anthropologen weisen zum Teil beträchtliche Unterschiede auf, zum einen wegen einer gewissen Geheimhaltung des Mysteriösen seitens der Yoruba, zum anderen aufgrund der Unterschiede zwischen den einzelnen Stämmen, zum Beispiel hinsichtlich der Anzahl und Stellung der Götter.

Durch den transatlantischen Sklavenhandel wurden viele Angehörige des Yorubavolkes samt ihrer Religion und Kultur in die Neue Welt gebracht, wo sie lernten, sich ihrer neuen Umwelt anzupassen. Natürlich gingen viele Merkmale ihres Kulturguts auf dem Wege dorthin verloren und wurden durch die Christen gewaltsam unterdrückt. Dennoch waren die Yoruba in der Lage, zumindestens einen Teil ihrer Religion und somit ein Stück ihrer Identität bis heute zu bewahren. "Mientras el proceso de deculturación demolía implacablemente la vida social, económica, artística y hasta lingüística del esclavo, la religión, tanto como la música, el baile y la magia, permanecieron casi incólumes."

 

5.2 Gründe für die Entstehung der Santería

Der massive Sklavenhandel in Kuba setzte zeitgleich mit dem Zuckerboom im 19. Jahrhundert ein. Der Handel mit Menschen war mittlerweile weltweit verpönt und ab 1836 gesetzlich verboten, die kubanischen Plantagenbesitzer jedoch blieben bei der Ansicht, dass der wirtschaftliche Profit an erster Stelle stand und moralische Bedenken und sogar die Angst vor Strafen zweitrangig waren, sie sahen weiterhin als die Lösung des Problems, nämlich der Mangel an Arbeitskräften auf ihren Plantagen, den Import von afrikanischen Sklaven.

Der nun illegale Handel wurde durch den Fall von Oyo und die Kriege der Yoruba untereinander begünstigt. Ferner bildete sich eine neue staatenunabhängige Gruppe professioneller Krieger mit privaten Armeen, die ihre Kriegsgefangenen versklavten und auf dem Markt anboten. Auch der im damaligen Dahomey herrschende König, der als äußerst blutrünstig galt, führte gegen die Yorubastämme Kriege, ebenfalls hauptsächlich mit dem Ziel, die besiegten Stämme zum Eigenbedarf und für den Verkauf an Europäer zu versklaven. Durch diese Kriege wurden ganze Städte zerstört, die Bewohner erwartete ein Leben in Sklaverei oder der Tod.

Ein weiterer Grund für die Kriegszüge gegen die Yoruba war, dass der Nachschub an Sklaven aus dem Norden Afrikas sich verringerte und das ohnehin schon unter sich zerstrittene Volk sich in geradezu idealer Weise für den Sklavenhandel anbot.

So kam es, dass das Volk der Yoruba, das lange Zeit zwar selbst Sklavenhandel betrieben hatte, jedoch persönlich kaum davon betroffen war, schließlich doch als Sklaven nach Amerika, vor allem nach Kuba und Brasilien, gebracht wurden. Gegen Ende des Sklavenhandels war es die zweitgrößte versklavte Ethnie in Kuba. Valdez nennt folgende Völker Afrikas als die hauptsächlichen versklavten Ethnien der Insel: Bantu 400.000, Yoruba 275.000, Ibo/Ibibio/Ijaw 240.000, Ewe/Fon 200.000 und andere 185.000.

Diese Yoruba, als letzte Ankömmlinge in großer Zahl und als quasi homogene Gruppe, übten sowohl aus diesen Gründen als auch durch ihr ausgeprägtes religiöses System großen Einfluss auf die Religionen anderer Völker aus. Ihre religiöse Toleranz und Offenheit gegenüber dem Christentum und anderen afrikanischen Völkern halfen ihnen, sich an ihre neue Situation anzupassen, die anderen Religionen mit ihrer zu verbinden, und so konnten sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Religion bewahren.

Die Frage bleibt bestehen, weshalb sich in den lateinamerikanischen Ländern die Kultur der Sklaven erhalten konnte. In Nordamerika dagegen ging sie fast vollständig verloren, die Afrikaner dort suchten deswegen zumeist Zuflucht bei den Baptisten und Methodisten. In der heutigen Zeit finden viele Menschen afrikanischen Ursprungs in der Santería ihre längst verloren geglaubte Identität wieder.

In den katholischen Ländern Spanien und Portugal hatte der Sklavenhandel Tradition. Schon im 13. Jahrhundert erlaubte König Alfons der Weise die Sklaverei aus gerechten Kriegen", Sklaven wurden somit als Teil der Gesellschaft und als Normalität akzeptiert  In den britischen Kolonien dagegen gab es weder eine gesetzliche Verankerung noch eine Tradition der Sklaverei. Sie konnte deshalb nur gerechtfertigt werden, indem die Weißen ihre Sklaven als minderwertige Rasse ohne jegliche Rechte betrachteten. Die katholischen Länder sahen die Afrikaner zwar auch nicht als gleichberechtigte Menschen, dennoch konnten die Sklaven sich ihre Freiheit erkaufen oder sie von ihren Haltern geschenkt bekommen. Vom Zeitpunkt ihrer Freilassung an waren sie zumindest vor dem Gesetz anderen Bürgern gleichgestellt. In den nordamerikanischen Kolonien wäre dies unvorstellbar gewesen, denn dort wurden auch Mulatten, die Kinder einer Sklavin und eines Weißen, als Sklaven geboren, während Mischlinge in den hispanischen Kolonien zumeist als freie Bürger lebten.

Ein weiterer Grund für die unterschiedliche Entwicklung in den Kolonien liegt im Katholizismus und seiner Heiligenverehrung begründet. Anhand des Pantheons der Yoruba lässt sich erkennen, dass es den Afrikanern verhältnismäßig leicht gefallen sein muss, ihre Gottheiten mit den katholischen Heiligen zu identifizieren, da sie in ihnen Aspekte ihrer orishas wiederfinden konnten. Hinzu kommt, dass der praktizierte Katholizismus in Amerika eher ein konservativer und von der Gegenreformation geprägter Glaube war. Auf die Heiligenverehrung wurde äußerster Wert gelegt, und damit einhergehend lebte der Aberglaube des Mittelalters auf.  Während der Heiligenkult in Europa unter der Kontrolle der Kirche stand, blieb er in der Neuen Welt in der Verantwortung der Plantagenbesitzer, die ihre Kapellen unter den Schutz ihrer eigenen Heiligen stellten. Laut Deive entwickelte sich damit ein sogenannter familismo católico Dieser familismo católico wiederum, der hauptsächlich auf den Plantagen, d. h. auf dem Lande entstand, gab die Vorlage für eine Vermischung der afrikanischen und christlichen Religionen. Die Sklaven waren zwar in die Gemeinschaft integriert, spielten jedoch innerhalb der Gemeinde eine untergeordnete Rolle und wurden diskriminiert. Sie entwickelten sich ihre eigenen Bildnisse, die sie aus einer Mischung zwischen ihren eigenen Gottheiten und den Heiligen schufen.

Währenddessen entstanden in den Städten cofradías, die im Sinne einer christlichen Mission gegründet wurden.Auch diese stellten jeweils einen Heiligen in den Mittelpunkt der Gemeinschaft, der in besonderem Maße verehrt wurde. Den katholischen Priestern scheint nicht klar gewesen zu sein, dass gerade die Gründung dieser Bruderschaften, die häufig nach Nationen und Ethnien getrennt waren, den Erhalt bestimmter Rituale und religiöser Praktiken der Heimat ermöglichte und sie insofern ihr eigentliches Ziel verfehlten. "Al formar cofradías de acuerdo con etnias o naciones, se ofrecía la oportunidad de mantener vivos rasgos culturales y religiosos oriundos de la madre patria."

Meier spricht zum einen die Vernachlässigung der Missionierung der afrikanischen Sklaven an, durch die seiner Meinung nach ein religiöses Vakuum entstand, das sie durch die Identifizierung ihrer eigenen Gottheiten mit den katholischen Heiligen auszufüllen versuchten. Zum anderen erwähnt er die zahlreichen christlichen Feiertage und Feste, in deren Mittelpunkt meist ein Heiliger stand. Sie galten gleichermaßen für die farbige Bevölkerung, die an diesen mit Tanz und Musik verbundenen Festen mit Begeisterung teilnahm. Dabei stellte sie offiziell zwar den gefeierten Heiligen in den Vordergrund, zelebrierte aber insgeheim ihre eigenen Rituale. Als eines der wichtigsten Feste in Kuba galt das Dreikönigsfest am 6. Januar, an dem die farbige Bevölkerung singend und tanzend in die Stadt Havanna einzog und kleine Schauspiele aufführte, die vor allem zu Ehren von Melchior, dem schwarzen König, dargeboten wurden.

Ein weiterer Grund für die Entstehung der Identifikation der Gottheiten mit den Heiligen bestand darin, dass die afrikanischen Sklaven ihre religiösen Praktiken vor den Weißen aus Angst vor Verfolgung verstecken mussten. Wenn sie in ihren Häusern und Bruderschaften die katholischen Heiligen aufgestellt hatten, konnten sie ihren eigenen Ritualen nachgehen, ohne von den Spaniern entdeckt zu werden.

Dennoch waren sie vor zeitweiligen Verfolgungen nicht sicher. Meier berichtet beispielsweise von einem Fall in Santo Domingo, in dem drei Frauen, die von ihrem Teufelsglauben" nicht ablassen wollten, auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Insgesamt jedoch ist es den Sklaven, trotz der Verachtung der katholischen Europäer gegenüber ihren heidnischen" Religionen, in den hispano-amerikanischen Ländern gelungen, ihren afrikanischen Glauben weitgehend beizubehalten.

In diesem Sinne könnte man das Beibehalten ihrer eigenen Traditionen sogar als Kampf gegen die weiße Welt beschreiben, indem sie sich geweigert haben, ihre Werte aufzugeben und die neuen europäischen zu akzeptieren. 

5.3 Die Santería, eine neue Religion

Die Anpassungsfähigkeit der Yoruba, der Einfluss des katholischen Heiligenkults auf sie und ihre Angst vor Verfolgung in Kuba bis in die moderne Zeit hinein hatten die Entstehung einer neuen Form einer alten Religion zur Folge: Die Santería, die auch Regla de Ocha oder Lucumí genannt wird. Murphy beschreibt diese Entstehung auch als Ergebnis der schmerzlichen Erfahrungen, die die afrikanischen Sklaven mit den europäischen Weißen gemacht haben: "Santería is the distillate of the experience of thousands of people who have suffered a great deal at the hands of white people."

Einige Autoren bezeichnen diese Religion als Sekte, wie beispielsweise Pollak-Eltz, die sie Lucumí-Sekte nennt. Jedoch ist der Begriff Sekte ein eher negativ gefärbter Begriff, der vor allem von den Großkirchen gebraucht wird, um Religionsgemeinschaften zu definieren, die in Lehre oder Glauben von ihnen abweichen. Die Angehörigen einer solchen Gemeinschaft lehnen diesen Begriff jedoch ab. Santería als einen Kult zu bezeichnen, scheint hier ebenfalls nicht angebracht, denn die deutsche Grundbedeutung des Begriffs Kult wird in der Microsoft Encarta Enzyklopädie wie folgt definiert: "Kult (lateinisch cultus: Pflege, Verehrung), in der Religionswissenschaft und der Ethnologie Bezeichnung für gemeinschaftlich begangene rituelle sakrale Handlung, nach festgelegten Normen, die mit diversen Ritualen verbunden ist wie die Erbringung von Opfern, Reinigungen, Prozessionen oder Tänze. [...]" Ein Kult stellt also nur einen Teilaspekt einer Religion dar. Da die Arbeit mit Literatur aus den Vereinigten Staaten bei diesem Thema unabdingbar ist und man auch hier des öfteren auf den Begriff Kult stößt, den deutsche Übersetzer fälschlicherweise übernommen haben, soll im Folgenden auf die Bedeutung des englischen Begriffs hingewiesen werden, da er eher der deutschen Definition für Sekte entspricht: "A cult is a religious group which worships a particular saint or performs particular rituals, especially if their beliefs and behaviour are considered strange, unnatural, or harmful; often used showing disapproval." Hier ist Kult ein offensichtlich negativer Begriff für Gruppen mit Ritualpraktiken, die von Außenstehenden als undurchschaubar und gefährlich angesehen werden.

González-Wippler dagegen schreibt, dass ein Kult häufig eine Person in den Vordergrund stellt, die verehrt wird oder die spirituelle Führung übernimmt. Jedoch sei dies nicht bei der Santería der Fall, deren Priester lediglich ein Sprachrohr der Gottheiten darstellen. Die Mitglieder der Santería selbst bezeichnen sich zudem als einer Religion, nicht etwa einem Kult, zugehörig.

Der Begriff Religion wird als eine umfassende Bezeichnung für das Leben der Menschen in der profanen und zeitlich begrenzten Welt einerseits und das Heilige, die Unendlichkeit der göttlichen Welt, andererseits erklärt. Dabei sind Gott oder die Götter zwar teilweise erfahrbar, rational jedoch nicht definierbar, dieses Unvermögen wird deshalb häufig durch Gottesbilder ausgeglichen. Als Merkmale der verschiedenen Religionen werden u. a. die Art der Anschauung Gottes und die Anzahl der verehrten Götter genannt, wobei sie insgesamt auf Gebet, Gottesdienst und Opfer basieren. Weiterhin wird die Entwicklung neuer Religionen erwähnt, welche seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgrund von Synkretismus oder durch Sonderoffenbarungen entstanden sind.

Aus Toleranzgründen gegenüber den Gläubigen, aufgrund der Betrachtung der einzelnen möglichen Begriffe und der Einhaltung einer gewissen Neutralität, scheint es demzufolge gerechtfertigt, die Santería als Religion zu bezeichnen.

Das Hauptmerkmal der Santería ist die Vermischung zweier Religionen, die der Yoruba und des Katholizismus, die sich vor allem in der Heiligenverehrung widerspiegelt. Eine solche Vermischung wird als Synkretismus bezeichnet. Gewöhnlich wird dieser Begriff definiert als die Verschmelzung verschiedener Religionen oder einzelner Elemente zu einem neuen Ganzen, wobei die Herkunft der Elemente noch deutlich erkennbar sein muss.

Nun kann dieser Akkulturationsprozeß, der Prozess der Anpassung an eine neue Umgebung in kultureller und sozialer Hinsicht, entweder bewusst oder unbewusst stattfinden. Canizares spricht von der bewussten Annahme katholischer Elemente innerhalb der Santería, die das Ziel hatte, den eigenen Glauben vor einer Verfolgung durch die Spanier zu schützen. Er geht daher von einer Dissimulation aus, d. h. von einer Verheimlichung der eigentlichen Religion durch eine scheinbare Akzeptanz der neuen Kultur, und verwirft die Theorie des Synkretismus, der seiner Meinung nach eher auf unbewusster Ebene erfolgt. Jedoch beschreibt er ebenfalls eine unbewusste Vermischung der beiden Religionen durch einige Mitglieder, zumindest als Folge von fehlendem fundierten Wissen über Lucumí. Hier allerdings widerspricht Canizares sich, denn die Verluste des Kulturguts der afrikanischen Sklaven sind nicht zu leugnen; diese Verluste haben wiederum Unwissenheit zur Folge, die infolgedessen, laut Canizares, unweigerlich zu Synkretismus führt.

Die Anpassung an die neue Umgebung und Kultur machte es den Afrikanern durch die Heiligenverehrung zwar leichter, ihre religiöse Identität in begrenztem Maße zu bewahren, doch haben sie ihre eigenen verlorengegangenen Rituale gezwungenermaßen durch neue ersetzt.

Weiterhin stellt Canizares die Initiierung der santeros, d. h. der Priester, als Prozess dar, der traditionell gesehen und zumindest in Kuba nur einigen wenigen bestimmt war. Jedoch gerade in dieser Lernphase erkennen die Gläubigen, meist zum ersten Mal, die Unterschiede zwischen den orishas und den katholischen Heiligen, folglich scheinen nur einige Auserwählte diese beiden Religionen klar voneinander trennen zu können Canizares beschreibt hier eher eine Art Reafrikanisierungsprozeß, mittels dessen man heute versucht, die alten ürsprünglichen, auf dem Weg in die Neue Welt verloren gegangenen Traditionen wieder aufzunehmen.Die Santería ist vielleicht aus dem bewussten Verhüllen der afrikanischen religiösen Elemente entstanden, doch ist aus dieser Strategie schließlich eine neue Form der Religion gewachsen, wobei sich die Tradition der orishas an den Katholizismus als dominierende Religion angeglichen hat: Beispielsweise mussten die Sklaven die katholischen Feiertage akzeptieren, wenn sie ihre orishas ehren wollten, denn nur an diesen Tagen hatten sie die Möglichkeit dazu. Demzufolge mussten sie zwangsläufig den Gregorianischen Kalender übernehmen.Jede der noch verehrten afrikanischen Gottheiten in Kuba hat nun eine eigene Heiligenentsprechung. Die Wahl dieser Entsprechungen ist häufig ein sehr oberflächlicher Vorgang gewesen, der zunächst ja nur dazu dienen sollte, die orishas hinter den Heiligen zu verstecken. So ist z. B. bezeichnend, dass das Geschlecht der Gottheit mit dem des Heiligen nicht immer übereinstimmt, wie in dem Fall des orishas Changó, der zu Sankt Barbara wurde. Die Gläubigen haben mit dieser Geschlechterumwandlung keine Probleme, da sie die Heiligen als einen Aspekt der orishas sehen, die in ihrer Vielfältigkeit sowohl männlich als auch weiblich sein können. Wesentlich sind eher ihre Attribute. In diesem Fall haben beide etwas mit Blitz und Donner zu tun, zudem ist die emblematische Farbe des orishas Rot, Sankt Barbara trägt auf den Bildnissen einen roten Umhang.

Die Regla de Ocha kennt keinen Exklusivanspruch. In Kuba bezeichnen sich die meisten Menschen als Katholiken, gleichzeitig üben sie ihre Santería-Rituale aus. Hinzu kommt, dass sie aufgrund ihrer Religion lange Zeit verfolgt wurden, weswegen sie bis heute eine gewisse Geheimhaltung bewahrt haben. Auch Fidel Castro, der der Bevölkerung mittlerweile Religionsfreiheit zusichert, hat in den Anfangszeiten jegliche Art von Religion und ihre Ausübung scharf kritisiert, da sie mit dem kommunistischen Denken nicht vereinbar sei. Erst seit den 80er Jahren sind einige santeros bereit, die strikte Geheimhaltung zu lockern und sich über ihre Religion offener zu äußern. González-Wippler berichtet beispielsweise über ihre Schwierigkeiten während der Recherchen zu ihrem ersten Buch über Santería in den 70er Jahren, da die meisten santeros aus Misstrauen offensichtlich nicht bereit waren, ihren Glauben mit ihr zu diskutieren und ihr oft falsche oder lückenhafte Informationen gaben.

Merkmale der Santería

 Olodumare und die orishas

Wie in der Ursprungsreligion der Yoruba steht in der Santería Olodumare im Zentrum der Religion als allmächtiger Gott und allumfassender Schöpfer. Er wiederum teilt sich in drei Aspekte auf: Olodumare, Olorun und Olofi. Olodumare ist die Basis allen Seins, Olorun ist der Schöpfer des Universums und Olofi die Schöpfung selbst. Die santeros sehen Olodumare als das Zentrum und die regierende Macht des Universums, sie wenden sich allerdings nicht direkt an ihn, sondern an Olofi (mit Jesus Christus synkretisiert), der durch die orishas, die als seine Schöpfung eine Boten- und Vermittlerfunktion haben, agiert. Olodumare kommen keine Opfergaben zu, auch weihen sich ihm keine Priester. In einem patakí wird berichtet, dass er die Welt verlassen habe, weil er die Gier der orishas nicht ertragen konnte, die mit ihrer von ihm erhaltenen Macht nicht zufrieden waren, und weil er sich mit der Erde so sehr verbunden fühlte, dass ihn jegliches Sterben der Natur schmerzte. Er schuf deswegen eine Grenze zwischen Himmel und Erde und ließ seine orishas zurück, die ihre Aufgabe als Botschafter zwischen ihm und den Menschen erfüllen sollten. Diese orishas nun sind Olodumares Schöpfung und somit seine Kinder. González-Wippler definiert die Santería deswegen als monotheistische und nicht als polytheistische Religion, denn die orishas werden nicht als Gottheiten, sondern vielmehr als Schutzengel verehrt.

Im yorubischen Pantheon gibt es laut Schätzungen bis zu 600 orishas, dagegen werden in der Santería lediglich etwa zwei Dutzend von ihnen verehrt, von denen wiederum nur etwa die Hälfte als besonders wichtig gilt. Es gibt sieben Gottheiten, die während der Inititiation eines Neulings zum santero oder zur santera, d h. Priester, von der betreffenden Person Besitz ergreifen können, sich quasi in die Köpfe der Initiierten hineinpflanzen". Ein häufig gebrauchtes Bild dafür ist das Besteigen von Pferden, wobei in diesem Fall die santeros als Pferde von den orishas bestiegen" werden und der Reiter" den Gläubigen dominiert. Diese orishas werden als Siete Potencias Africanas bezeichnet. Während der Besessenheit sprechen sie durch die Menschen, ihre Kinder", in der Initiationszeremonie geben sie beispielsweise preis, welcher orisha Anspruch auf den Neuling erhebt, und überträgt ihm somit das notwendige ashé, d. h. die Fähigkeit, bestimmte Dinge zu verrichten, die sie sonst nicht durchführen könnten, z. B. das Kaurimuschel-Orakel als Wahrsagesystem zu benutzen. Diese orishas, denen zudem eine besondere Verehrung zukommt, heißen: Obatalá, Elegguá, Yemayá, Oshún, Changó, Ogún und Oyá. Ein weiterer äußerst wichtiger orisha heißt Orunmila, in der Santería auch Orula oder Ifá genannt. Die Namen einiger weiterer bedeutsamer orishas lauten Babalú-Ayé, Olokún, Aggayú, Yewá, Obbá, Dadá und Orishaoko, die sich mit Ausnahme von Aggayú und Babalú-Ayé aus verschiedenen Gründen nicht durch Besessenheit manifestieren, denen zu Ehren aber gesungen und getanzt wird. Ein Grund, weswegen sie in Ritualen nicht mehr in Erscheinung treten, könnte sein, dass das Wissen, wie die Besessenheit dieser orishas hervorgerufen wird, auf dem Weg nach Kuba verloren gegangen ist.

Die Anzahl der orishas in Kuba ist zwar stark reduziert, doch werden die meisten von ihnen in mehrere Aspekte, in sogenannte caminos, aufgeteilt, innerhalb derer sie unterschiedliche Charakterzüge aufweisen und in denen sie entsprechend ihres Verhaltens und der äußeren Merkmale mit unterschiedlichen katholischen Heiligen synkretisiert werden. Barnet erklärt die Unterteilung in caminos u. a. als ein Resultat der bereits in Afrika stattgefundenen Veränderungen innerhalb des Pantheons aus sozialen und politischen Gründen, z. B. durch Invasionen. Diese Veränderungen haben bewirkt, dass einige orishas an Wert verloren, zu niederen Wesen wurden, während andere an Bedeutung gewannen. Am Beispiel des weiblichen orishas Yemayá und der Unterordnung des einst selbst mächtigen und verehrten orishas Olokún als einen ihrer Aspekte wird der Verlust der Bedeutung dieser Gottheit deutlich.

Die in Kuba hauptsächlich verehrten orishas, die Siete Potencias Africanas, haben folgende Merkmale:

Elegguá (Elegba, Eschu, Echu)

Er ist der Herr der Straßen, Straßenkreuzungen und Türen. Seine emblematischen Farben sind Rot und Schwarz, seine Pflanzen u. a. Basilikum und Brennesseln. Zu seinen Lieblingsspeisen zählen geräucherter Fisch, Yamswurzeln und Zuckerrohr. Zudem trinkt er gern aguardiente, d. h. Branntwein.

Nach Belieben schenkt er uns Frieden oder Krieg, Glück oder Unglück. Sein Wesen kann man folglich als ambivalent beschreiben. Seine Hauptfunktionen sind die Vermittlung von Botschaften der Menschen an die orishas und den Allmächtigen. Er muss bei allen Ritualen als erster begrüßt werden und auch als erster seine Opfergaben erhalten. Diese Sonderstellung räumt man ihm ein, weil man ihn nicht verärgern will. Denn ohne Eshus Einwilligung kann und wird nichts geschehen.

Jeder santero besitzt eine persönliche Elegba-Figur am Hauseingang. Er wird in der Santería meistens mit Antonius von Padua synkretisiert, aber in einigen Teilen des Landes auch mit Niño de Atocha, Benito von Palermo und als Schutzpatron der armen Seelen aus dem Fegefeuer. Im Christentum hat man ihn mit dem Teufel verglichen, doch ist diese Auslegung sicherlich nicht zutreffend, denn er steht vielmehr jenseits von Gut und Böse und stellt die Gegensätzlichkeiten der Dinge dar. In der Santería soll er bis zu 21 caminos haben, in denen er jeweils in unterschiedlicher Art und Weise auftritt. In einigen von ihnen wird er als alter Mann dargestellt, in anderen als junge und dynamische Person.

Ogún (Oggún)

Ogún ist der Herr des Eisens, Gott der Mineralien, Wälder, Schlüssel, Gefängnisse und der Werkzeuge und stellt somit den Patron der Mechaniker, Ingenieure und Soldaten dar. Seine Farben sind Grün und Schwarz. Seine Pflanzen sind u. a. Eukalyptus, Eichenblätter und Paprika, seine Lieblingsspeisen sind geräucherter Fisch, Opossum und in Blut getränkte Yamswurzel. Auch er trinkt gern aguardiente und ist ebenfalls eine ambivalente Figur, die einerseits den Beschützer in der Wildnis darstellt, andererseits aber auch wild und unberechenbar sein kann. In der Santería hat er insgesamt sieben caminos. Zwei von diesen werden einerseits mit dem heiligen Petrus, als Herr der Schlüssel des Himmels, und andererseits mit dem Erzengel Michael dargestellt, in dessen Gestalt er Kriege und Zerstörung provoziert. Seinen Schützlingen bietet er Hilfe bei der Suche nach Arbeit an, und er beschützt seine Kinder" vor körperlichen Überfällen. Andererseits hat er bei schlimmen Unfällen mit gravierenden Verletzungen seine Hand im Spiel. In Ritualen trinken seine Anhänger große Mengen Rum und tanzen während der Besessenheit einen kriegerischen Tanz, in dem sie ihre Macheten schwingen. Er gehört mit Elegguá und Ochosi zu den orishas, die in der Initiation der guerreros empfangen werden.

Obatalá

Obatalá stellt die pure in Weiß gekleidete Gottheit dar, und auch seine Anhänger sind in Weiß gekleidet. Er gilt als die Personifikation höchster ethischer Gesinnung. Seine Pflanzen sind u. a. Baumwolle, Mandeln und Minze, seine Lieblingsspeisen weiße Hühner, Ziegen und Yamswurzel. Er verabscheut Alkohol jeglicher Art. Da er die Reinheit verkörpert, dürfen vor seinem Altar weder die Körper entblößt noch geflucht werden. Er ist der Herr des Kopfes, der Träume und Gedanken, Herr der Barmherzigkeit und des Friedens und das Symbol der männlichen Potenz, welche die Frauen fruchtbar macht. Sein Symbol des Friedens ist die weiße Taube. Von Olodumare ausgesandt, um die Menschen zu erschaffen, formte er sie aus Erde, und Olodumare blies ihnen den Lebensatem ein. Innerhalb der Synkretisierung wird er mit der Virgen de las Mercedes dargestellt, sein Feiertag findet im September statt. Seine Aspekte zählen insgesamt 24 caminos, in manchen von ihnen wird er als weiblich dargestellt. Diese Eigenart stammt wahrscheinlich von den Yoruba, die Obatalá häufig als androgynes Wesen dargestellt haben.

Yemayá

Sie gilt als eine der wichtigsten orishas in Kuba. Sie ist die Herrin des Salzwassers, weswegen die für sie bestimmte Opfergaben ins Meer geworfen werden, und zugleich Mutter der gesamten Menschheit. Sie wird mit der Virgen de Regla, der Patronin der Seeleute, dargestellt, ihre Farben sind Kristallfarben und Blau. Ihre Pflanzen sind u. a. grüner Paprika und anamu, eine Knoblauchpflanze auf Kuba, ihre Speisen sind Lämmer, Enten und Wassermelonen. Nach den Legenden war sie mit mehreren orishas verheiratet und hatte eine Reihe von Affären mit anderen. Sie ist in sieben caminos unterteilt, die jeweils ihr eigenes Reich besitzen. Beispielsweise lebt Malewo in den Seen, Olokún in der Tiefe des Ozeans. In dem Aspekt Okutti zeigt sie ihr gewaltsamstes Gesicht, Asesu scheint sehr schwerfällig, wenn es um die Antwort auf Gebete geht.

Oshún (Ochún)

Sie symbolisiert die Schönheit und die körperliche Liebe. Während Yemayá die Herrin des Salzwasser darstellt, ist sie die Hüterin des Süßwassers. In der Regla de Ocha wird sie als Virgen de la Caridad de Cobre dargestellt. Ihre Ritualfarbe ist Gelb, ihr Attribut das Gold. Ihre Pflanzen sind u. a. Rosen, Sonnenblumen und Orangenblätter, ihre Lieblingsspeisen Ziegen, Schafe und Kürbisse. Sie trinkt mit Vorliebe Kamillentee, wobei das Wasser aus Flüssen stammen muss. Sie tritt stets in Begleitung von Yemayá auf und ist im besonderen eine Hilfe für die Schwangeren und Gebärenden. Als die orisha der körperlichen Liebe hat sie natürlich viele Liebesaffären mit männlichen orishas gehabt, von denen Changó ihre große Liebe darstellt. Ihre Geheimwaffe, die orishas zu bezaubern, ist eine Flasche mit Honig, die sie immer bei sich trägt. Benetzt sie die Lippen der Begehrten, können diese ihrem Zauber nicht widerstehen und verfallen ihrem Charme und ihrer Schönheit. Sie hat fünf caminos, u. a. Yeye Cari, Yeye Moru und Yeye Miwa.

Changó (Shangó)

Er ist der Gott des Donners und des Blitzes, der Krieger, der Musik und des Tanzes. Er symbolisiert zudem die männliche Schönheit. Seine Tugenden sind Fleiß und Mut. Seine Schwächen dagegen sind Eitelkeit und die Spielsucht. Er gilt als Herzensbrecher und Frauenheld und deckt mit diesen Eigenschaften viele Facetten des menschlichen Charakters ab. Sein Festtag fällt auf den der Heiligen Barbara im Dezember. Seine Farben sind Rot und Weiß, sein Symbol ist die Doppelaxt. Seine Pflanzen sind u. a. Weinranken, Bananenstauden und Apfelbäume, er ißt mit Vorliebe Schwein, Ziege oder Wild. Da Apfelbäume und Bananenstauden zu seinen Pflanzen zählen, gehören Äpfel und Bananen zu seinen bevorzugten Früchten, und er trinkt Rotwein in großen Mengen. Historisch gesehen ist er der vierte König des Stadtkönigreiches Oyo in Nigeria. Ein patakí erzählt, dass seine Herrschaft nur sieben Jahre lang andauerte, denn er war besessen von Magie und Zauber. Eines Tages beschwor er ein großes Gewitter herauf, bei dem viele seiner Frauen und Kinder umkamen. Voller Trauer ging er in den Wald und erhängte sich. Changó hat insgesamt 12 Aspekte, bei den Yoruba hat er drei Frauen: Obá, Oshún und Oyá. In der Santería ist er mit Oyá verheiratet, die beiden anderen orishas sind hier seine Konkubinen.

Oya

Sie ist die orisha der Winde, Stürme und des Flußes Niger. Als die Frau Changós besitzt sie beinahe ebenso große Kräfte wie der orisha des Blitzes selbst. Sie gilt als aggressiv und kämpferisch. Im Falle eines Ehestreites ist sie ihrem Mann ebenbürtig, und so fällt das Ergebnis meistens unentschieden aus. Ursprünglich Herrscherin über die Meere, ist sie nun die Herrin des Friedhofs, den sie von Yemayá übernahm, da das Grundstück ihr aufgrund der Größe gefiel. Ohne es zu betreten, tauschte sie es gegen ihre Meere ein. Als sie jedoch sah, was sie da übernommen hatte, war sie sehr wütend, konnte den Vertrag jedoch nicht rückgängig machen. Seitdem sind die beiden orishas Feindinnen und gehen sich aus dem Weg. Ihre Farbe ist Weinrot, sie mag Papaya, Hühner und Ziegen und wird mit der Virgen de La Candelaria oder Sankt Teresa synkretisiert.

Orakelsysteme

In der Santería gibt es insgesamt drei Orakelsysteme: tablero de ifá, diloggún und obi (Biagué). Das ifá-Orakel, bei dem Samen oder Nüsse in Kombination mit einem Holzbrett benutzt werden, ist das komplexeste und wird nur von den babalaos durchgeführt. Das diloggún, ein System mit Kaurimuscheln wird dagegen nur von den santeros befragt, während obi von beiden als das am häufigsten angewandte System in beinahe jedem Ritual zu Rate gezogen wird.

Das tablero de ifá ist ein Orakel, dessen Befragung, wie bereits erwähnt, nur durch die babalaos vollzogen werden kann, die durch die Weihung des orishas Orula und durch jahrelange Studien die Orakelgeheimnisse kennen. Orula wird in Kuba auch Ifá genannt, was allerdings auf harte Kritik bei den Yoruba stößt, denn er ist ihrer Meinung nach zwar stark mit dem Orakel verbunden, ist aber nicht eins mit ihm, sondern lediglich der Botschafter. Nach der Legende war der orisha bei der Schöpfung der Erde anwesend und kennt deswegen das Leben eines jeden Menschen. Die Gläubigen der Santería glauben an ein von Gott vorherbestimmtes Schicksal, das jedoch durch bestimmte Handlungen beeinflusst werden kann. Dabei ist nun Orula behilflich, der als Vermittler zwischen den orishas und den Menschen durch das tablero de ifá spricht. Zudem weiß er um die Vorlieben der orishas, wodurch er den Menschen raten kann, wie sie sich ihnen gegenüber am besten verhalten sollten, und seine Tätigkeit macht die Kommunikation mit den anderen orishas erst möglich. Seine Entsprechung im Katholizismus ist Franz von Assisi, seine emblematischen Farben sind Grün und Gelb. Er manifestiert sich niemals in Form von körperlicher Besessenheit, seine Zeichensetzungen sind rein intellektueller Natur.

Der Erwerb der Kunst, das ifá-Orakel zu lesen, ist ein langjähriger Prozeß, in dem eine Vielzahl an Legenden und Geschichten auswendig gelernt werden muss.

Während einer Zeremonie nimmt der babalao 16 Samenkerne oder Nüsse in die eine Hand und lässt sie in die andere gleiten. Je nachdem, wie viele Samen in der Hand verbleiben, notiert er einen Strich oder eine Null. Durch die achtmalige Durchführung dieses Prozesses entsteht eine Strichkonstellation, die auf die letras oder oddus, eine Art Kapitel der Yoruba-Mythen, hinweist. Insgesamt gibt es 4096 mögliche Kombinationen, die nur durch die besonderen Fähigkeiten und langjährigen Erfahrungen der babalaos interpretiert werden können, denn diese oddus sind zumeist nicht eindeutig. In der Santería spricht man auch in diesem Fall von ashé, der spirituellen Kraft des babalaos, auf die er vertrauen muss, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Deswegen werden in Nigeria die babalaos meistens bereits seit ihrer Kindheit auf ihre Aufgabe vorbereitet, da das Auswendiglernen der Legenden und das Erlernen der Interpretationen viel Zeit und Erfahrung erfordert, und trotz intensiver Studien werden sie das System aufgrund seiner Komplexität niemals vollständig beherrschen können. In Kuba besitzen die babalaos ein Buch, in dem die zur Analyse der oddus notwendige Mythologie geschrieben steht.

Während das ifá-Orakel bei den Yoruba in allen erdenklichen Situationen befragt wird und obwohl es zudem generell als das zuverlässigste gilt, stehen in der Santería die anderen beiden Orakelsysteme im Vordergrund.

Die Kaurimuscheln, diloggún, gelten als die Münder" der orishas. Dieses System ist wesentlich einfacher als ifá, denn es wird mit lediglich 16 oddus gearbeitet, die durch 16 Kaurimuscheln festgelegt werden. Bei einem Wurf hängt es davon ab, auf welche Seite diese fallen, d. h. mit der Öffnung entweder nach oben oder unten. Auf diese Weise kommen die letras für die konsultierende Person zustande.

Das am häufigsten angewandte System, das allerdings nicht im Sinne eines registros, d. h. als Wahrsagesystem benutzt wird, sondern vielmehr in Ritualen und Zeremonien befragt wird, um die Meinung der orishas einzuholen, ist das obi oder Biagué. Hier werden vier Stücke einer getrockneten Kokosnuss benutzt. Es werden Fragen gestellt, die man mit ja oder nein beantworten kann. Mögliche Fragen an die orishas wären, wohin die Opfer gebracht werden sollen, damit sie von ihnen abgeholt" werden können, oder ob diese mit der Zeremonie und den Opfergaben zufrieden sind. Um eine Antwort zu erhalten, werden die Stücke auf den Boden gewürfelt, und je nachdem, ob sie auf die weiße oder braune Seite fallen, lauten die Antworten entsprechend unterschiedlich. Hierbei gibt es fünf mögliche Kombinationen: Wenn alle Stücke mit der weißen Seite nach oben fallen, lautet die Antwortet Ja". In der Kombination dreimal weiß und einmal braun, lautet das Ergebnis Vielleicht", und die Stücke müssen noch einmal gewürfelt werden. Zweimal weiß und zweimal braun stellen die beste Antwort, ein definitives Ja", dar, während die Antwort einmal weiß, dreimal braun ein Nein" bedeutet. In diesem Fall müssen die Würfe wiederholt werden, um die Probleme näher zu bestimmen. Am negativsten fällt das Ergebnis aus, wenn alle vier braune Stücke auf die Oberseite fallen. Dies bedeutet ein definitives Nein" und sagt ein Unglück oder einen eventuell bevorstehenden Tod voraus. Die Stücke werden auch hier erneut gewürfelt, um ein Mittel zu finden, das Unglück eventuell abzuwenden.

Obwohl dieses System sehr einfach erscheint, sollte man es nach Meinung der Gläubigen nicht unterschätzen. Ein Laie sollte es niemals anwenden, denn fällt die Antwort negativ aus und der Betreffende weiß nicht, wie er das Ergebnis neutralisieren kann, wendet sich das Unglück möglicherweise gegen ihn.

Die Kokosnussbefragung ist erst in Kuba entstanden. Ursprünglich haben die Yoruba die Früchte des Kolabaumes, Kolanüsse, für dieses System benutzt, da in Kuba jedoch keine wuchsen, hat man sie durch Kokosnüsse ersetzt. Der erste Mensch, der diese als Orakelsystem benutzte, war ein gewisser Biagué, weswegen das Orakel auch oráculo de Biagué genannt wird. Den Begriff obi, der Kolanuß in Yoruba bedeutet, haben die Kubaner für die Kokosnuß übernommen.

Die Geschichte, weshalb die Kokosnuss außen braun und innen weiß ist und weswegen sie zum Orakellesen benutzt wird, lautet wie folgt: Obi, ein Sohn Obatalás, war einmal ein Prinz, der ein wundervolles Schloss hoch oben in den Palmenbäumen bewohnte. Er trug stets weiße, sehr noble Kleidung, denn Obatalá hatte ihn zum Haupt-orisha einer fruchtbaren Gegend ernannt. Da ihn viele Könige aufsuchten, um ihm ihren Respekt auszusprechen, wurde er mit der Zeit arrogant und eingebildet. Sein Bruder Elegguá bemerkte, dass Obi nur die reichen und respektierten Bürger seines Reiches empfing, die armen jedoch vernachlässigte, und entschloss sich, als Bettler verkleidet, zu einem der festlichen Empfänge zu gehen. Natürlich wurde ihm kein Einlass gewährt, da niemand ihn erkannte und ein Bettler nicht willkommen war. Also ging Elegguá zu Obatalá und erzählte ihm den Vorfall. Obatalá verkleidete sich nun selbst als Bettler, und zusammen gingen sie zum Schloss. Natürlich wollte Obi sie nicht einlassen, sondern befahl, die beiden in den Kerker zu werfen. Doch Obatalá gab sich zu erkennen, woraufhin Obi vor ihm auf die Knie fiel und ihn um Verzeihung bat. Doch sein Vater verfluchte ihn mit den Worten: Von nun an wirst du deine weiße Kleidung in dir tragen. Außen wirst du schäbige braune Lumpen tragen müssen, du wirst immer wieder vom Baum herab fallen, Kinder werden dich treten, deine Geschwister und die Menschen werden dich in Stücke schneiden und dich als das einfachste Orakel benutzen, und niemand soll dich je wieder verehren." Und so entstanden die Kokosnuss und das obi-Orakel.

  Initiationen

Das gesamte Religionssystem basiert im eigentlichen auf den Initiationszeremonien. Mit den stufenweise vollzogenen Ritualen steigt der Mensch in der Hierarchie innerhalb der Religion auf, da auch sein Wissen mit jeder weiteren Stufe wächst und sein Glaube sich entsprechend intensiviert. Das Lernen des Neulings erfolgt durch die direkte Anleitung eines Lehrers oder durch das Beobachten des Verhaltens der santeros während der vielen Rituale und Zeremonien, an denen er teilnimmt. Jeder Aspirant benötigt für die verschiedenen Initiationen einen padrino, Paten, oder eine madrina, Patin, die selbst anerkannte und bewährte santeros bzw. santeras sein müssen. Diese kümmern sich um die Vorbereitungen und den gesamten Verlauf der Zeremonien, wofür sie entsprechend bezahlt werden. Viele santeros haben so die Möglichkeit, die zum Teil sehr hohen Kosten ihrer eigenen Initiationen wieder einzuholen. Mit Ausnahme der Initiation der guerreros, Krieger, benötigt der Neuling außerdem einen Assistenten für den Paten. Es gibt folgende Initiationen innerhalb der Santería: elekes (Perlenketten), guerreros (Krieger), santeros (Priester) und babalaos (Hohepriester).

In der elekes-Initiation, die als erste Stufe gilt, werden fünf geweihte Glasperlenketten der orishas Elegguá, Obatalá, Changó, Yemayá und Oshún vergeben. Diese bestehen aus den Farben der jeweiligen orishas, beispielsweise besteht die Kette des Obatalá aus weißen Perlen, da seine emblematische Farbe Weiß ist. Jede dieser Ketten repräsentiert einen orisha, und so beschützt jeder dieser fünf den Initiierten in seinem jeweiligen Machtbereich.

Hat man erst diese fünf Ketten erhalten, können nach Belieben weitere folgen. Die nächsten sehr beliebten orishas heißen Oyá, Babalú-Ayé, Aganyú und Ogún. Allerdings kann es vorkommen, dass die Hohepriester, die gewöhnlich diese geweihten Ketten vergeben, einigen Menschen davon abraten, bestimmte elekes zu tragen oder es als nicht notwendig erachten. In manchen Fällen scheint nur eine einzige Kette auszureichen, um den Menschen zu schützen.

Bevor der Aspirant sich der elekes-Zeremonie unterzieht, muss er bestimmte Regeln befolgen, von denen eine die sexuelle Enthaltsamkeit mindestens 24 Stunden vor Beginn lautet. Das Ritual besteht zunächst aus einem Bad in einer Kräutermischung, omiero. Danach wird der Gläubige in weiße Kleidung gehüllt, der Pate oder der Assistent spricht ein Gebet und befragt das Kokosnussorakel, ob die Zeremonie zur Zufriedenheit des persönlichen orishas des Aspiranten erfolgt ist. Erst jetzt erhält dieser seine Ketten.

Die guerreros unter den orishas heißen Elegguá, Ogún und Ochosi, göttlicher Jäger und somit ebenfalls Patron der Jäger, die er beschützt und denen er hilft, Beute aufzuspüren. Weiterhin soll er Macht über neue Häuser und Städte haben. Deswegen wenden sich Menschen, die in ein neues Haus ziehen, an ihn. Ebenfalls wichtig sind seine Fähigkeiten im administrativen und rechtlichen Bereich. Gerät jemand mit dem Gesetz in Konflikt, fragt er Ochosi um Rat. Synkretisiert wird er in Kuba mit Sankt Norbert. Seine Farben sind Blau und Grün. Der mindere orisha Osún ist zwar kein guerrero, wird aber ebenfalls in dieser Initiation empfangen. Seine Aufgabe ist es, das Haus zu hüten und die Gläubigen vor Gefahren zu warnen.

Während dieser Zeremonie werden Elegguá als Zementfigur, Ogún als ein Arbeitswerkzeug aus Metall, Ochosi als Armbrust und Osún als Hahn auf einer Tasse mit kleinen Glöckchen symbolisch vergeben. Diese dienen als Schutz vor Gefahr, Feinden, Unfällen und Überfällen. Sie helfen dem Gläubigen ebenfalls, materiellen Wohlstand zu erlangen. Das Empfangen der guerreros ist mit Verpflichtungen verbunden. Um sich ihrer Hilfe sicher zu sein, muss man ihnen besonders montags Zeit widmen und ihnen Opfergaben bringen. Bittet man sie um ihre Hilfe, muss man ihnen als Dank etwas schenken. Außerdem dürfen die Initiierten in dem Raum, in dem sie die Symbole aufstellen, keinen Sex haben und sich dort vor ihren Augen" nicht nackt zeigen. Eine Frau darf die Symbole während ihrer monatlichen Blutung nicht berühren.

21 Tage nach der Initiation findet eine Abschlusszeremonie als Bestätigung für den Einzug" der orishas in das neue Haus statt, bei der das Orakel befragt wird, ob sie zufrieden sind.

Mit diesen zwei Initiationen hat man bereits die Hälfte des ganzen Prozesses als werdender santero durchlaufen. Sie werden daher als halbes asiento, d. h. die Initiation als Priester der Santería, anerkannt, denn in den USA werden die meisten Menschen, die diese zwei Initiationen vollzogen haben, schließlich santeros. In Kuba ist dies jedoch traditionell nicht der Fall, dort sind nur einige wenige dazu berufen, dieses Amt auszuüben. Während dieses äußerst kostspieligen asientos, das in den USA bis zu $ 10.000, abhängig von dem jeweiligen orisha, kosten kann, erhebt der persönliche orisha des Aspiranten Anspruch auf den Kopf seines Kindes, omo, der in der Santería das Zentrum des Menschen darstellt. Die Vorbereitungszeit in Kuba dauert bis zu drei Jahre, in den USA kann die Zeit auf drei Monate verkürzt werden. Das eigentliche asiento dauert anschließend drei Tage, dessen Zeremonien geheim sind und in denen der Aspirant, aleyo, seiner Gemeinde vorgestellt wird. Er stirbt einen symbolischen Tod und wird als santero neu geboren. Auch erlebt er zum ersten Mal die Besessenheit seines Körpers durch seinen orisha. Nach dem asiento bleibt der Gläubige ein Jahr lang Novize, iyawó. Er unterliegt in dieser Zeit einigen Tabus, andere muß er zum Teil sein ganzes Leben lang einhalten. Eine Regel, die nur während dieses Jahres gilt, ist das Tragen von weißer Kleidung und das Bedecken des während des asientos kahlgeschorenen Hauptes, bis das Kopfhaar wieder nachgewachsen ist. Der Schüler wird in dieser Zeit in die Religion eingeführt, er wird mit sämtlichen Regeln und Ritualen vertraut gemacht und lernt sogar ein wenig Yoruba, um bei bestimmten Zeremonien Gebete in dieser afrikanischen Sprache sprechen zu können. Insgesamt kann man den Prozess als eine Art Säuberung beschreiben, das Neugeborene" lernt ein neues Leben zu leben, bis es nach dem Jahr den Status eines Erwachsenen erreicht. [...] como si fuera un niño que está aprendiendo a vivir su nueva vida; hasta alcanzar un año después la Mayoría de Edad."

Als das höchste Amt in der Religion, das allein den Männern vorbehalten ist, gilt das des babalaos. Innerhalb der Initiationshierarchie der Santería sind in Kuba die meisten Männer, die sich als Hohepriester weihen lassen, vorher santeros gewesen.

Diese Initiation kann nur unter strengster Geheimhaltung stattfinden, und der Aspirant muß einen Schwur leisten, den Vorgang der Zeremonie niemals an Außenstehende weiterzugeben. Mittlerweile sind jedoch einige Informationen nach außen gedrungen. Augenscheinlich dauert die Initiation eine Woche, während der der Neuling in völliger Abgeschiedenheit lebt und nur zu anderen babalaos Kontakt hat, die ihn in dieses Amt einführen. Schwere körperliche Züchtigung scheint dabei einen Teil der Initiation darzustellen. Das Ziel dieser Einweisung ist der Verzicht auf sein bisheriges Leben und die vollständige Akzeptanz seiner neuen Rolle als babalao. Im Laufe der Woche schließt er weiterhin einen Pakt mit dem Tod, der nun keinerlei Ansprüche mehr auf ihn erheben kann, ohne den orisha Orula, dem der zukünftige Hohepriester von nun an geweiht ist, zu fragen. Diese in der Hierarchie an höchster Stelle stehende Initiation ist gleichzeitig die, die am tiefsten in der afrikanischen Religion verwurzelt ist. Deswegen werden alle während der Initiation stattfindenden Konversationen fast ausschließlich in Yoruba geführt. Nicht alle Männer sind dazu berufen, den Titel babalao zu führen, denn sie müssen als moralisch besonders rein und gut gelten und dürfen nicht homosexuell und nicht als spirituelle Medien tätig sein.

  Die Bedeutung von Pflanzen und Kräutern in der Religion

Pflanzen und Kräuter stellen einen wichtigen Bestandteil innerhalb der Religion dar. Alle santeros sind Heilpflanzenkundler und verfügen über große Kenntnisse hinsichtlich der medizinischen Wirkung der Pflanzen. Das Praktizieren einer alternativen Heilmethode bedeutet jedoch nicht, dass die Santería dem wissenschaftlichen Fortschritt ablehnend gegenübersteht. Sie setzt vielmehr ihre eigenen Behandlungsweisen ein, wenn anerkannte moderne Methoden versagen.

Weiterhin sind Pflanzen und Kräuter für praktisch jedes Ritual notwendig. Diese werden von einem babalao geholt, der sie wiederum von einem osainista, einem dem orisha Osain geweihten Priester erhält. Die Kräuter müssen frisch sein und dürfen eigentlich nicht mit Geld erworben werden. In Kuba geht allein der osainista in die Wälder, um die notwendigen Pflanzen zu sammeln. Die Naturverbundenheit der Religion ist hier noch deutlich zu erkennen: Everything comes from the forest, from the fertile womb of the earth, say the santeros." In den USA ist diese Weiterführung der Tradition allein schon aufgrund des Klimas nicht mehr möglich. Deswegen entstanden besonders in New York sogenannte botánicas, spezielle Geschäfte, die allerlei Zubehör für die Durchführung von Zeremonien führen. Die Eigentümer dieser Läden importieren die Pflanzen aus Puerto Rico oder der Dominikanischen Republik. Aber auch in Miami hat man mittlerweile begonnen, einige Kräuter anzupflanzen, die dort aufgrund des subtropischen Klimas wachsen können.

Die Gläubigen sind von den magischen Kräften der Pflanzen überzeugt, diese können allerdings nur von Hexern oder Priestern freigesetzt werden. Beispielsweise existiert ein Ritual, genannt despojos, in dem bestimmte, durch das Orakel festgelegte Kräuter benutzt werden, um böse Geister aus dem Leib zu entfernen. Der Körper wird dazu mit den Pflanzen eingerieben, die das Böse eliminieren. Auch gibt es bestimmte Kräuterbäder, die dazu dienen, einem Menschen in schwierigen Situationen zu helfen. Auf diese Weise kann man z. B. eine geliebte Person für sich gewinnen oder einen guten Arbeitsplatz finden.

Die wichtigste Kräutermischung ist das omiero, das für fast alle Rituale, vor allem für ein asiento, in der Santería unentbehrlich ist. Es besteht aus mindestens 21 verschiedenen frischen Kräutern, die in Regenwasser zerstampft werden, wodurch ein Heiltrank entsteht, den die Gläubigen auch als Mittel gegen Beschwerden, besonders in der Magengegend, trinken. Es wird weiterhin zur Weihung der Glasperlenketten der orishas und der Kaurimuscheln als Orakelsystem verwendet. Während eines asientos werden alle zubereiteten Speisen mit omiero gewürzt.

Jede Pflanze ist einem oder mehreren orishas zugeordnet. Jedoch ist der uneingeschränkte Herrscher des Waldes und König über alle Pflanzen und Bäume der orisha Osain. Dargestellt wird er als einzelgängerischer Krüppel, mit nur einem Bein, Arm und Auge. Er hat ein sehr großes Ohr, auf dem er taub ist und ein sehr kleines, mit dem er sogar das Fallen von Blättern auf die Erde hören kann. Seinen großen Kopf hält er meistens unter einer Strohmaske bedeckt. Trotz seiner fehlenden Glieder gilt er als Meisterbogenschütze. Der Grund, weshalb er ein Krüppel ist, wird mit dem folgenden patakí erklärt: Er verliebte sich einst in die orisha Oyá und versuchte sich ihr zu nähern. Da sie jedoch die Konkubine des Changó ist, des orishas des Blitzes und Donners, wurde dieser eifersüchtig und warf einen Blitzstrahl auf Osain herab, der dadurch seine Glieder verlor und seitdem als Krüppel mit einem Stock durch die Wälder hinkt.

Die Gläubigen lassen sich häufig den beliebten Osain-Talisman durch einen babalao oder santero anfertigen. Der zuletzt genannte füllt dabei geheime Ingredienzen in eine Flasche, die an der Decke des Hauses aufgehängt werden sollte. Der babalao dagegen legt ebenfalls geheime Ingredienzen in ein Tierfell, das der Gläubige immer bei sich tragen muss. Dieser Glücksbringer hilft beim Geldverdienen und ist vor allem für beruflich selbständig tätige Menschen nützlich.

  Opfergaben in der Santería

Opfer für die orishas zu bringen, stellt einen weiteren wichtigen Aspekt innerhalb der Religion dar. Opfergaben sind jedoch nicht nur Merkmal dieser Religion, sondern es hat sie in vielen Kulturen, wie z. B. dem Judentum, gegeben, und in Indien werden sie auch heute noch dargebracht.

Im Alten Testament forderte Gott von den Menschen häufiger ein Opfer, wie es beispielsweise bei Abraham der Fall war, von dem Gott verlangte, seinen Sohn Isaak zu opfern, um seine Treue und Liebe zu Gott unter Beweis zu stellen. Nur durch das letzte große Opfer, bei dem Gott sich selbst durch das Leid und die Kreuzigung von Jesus Christus darbringt, sind im Christentum keine weiteren Opfer notwendig.

In der Santería hängt die Art der Opfer erstens von dem jeweiligen orisha ab, der eine Vorliebe für bestimmte Sachen hat, andere dafür verweigert, zweitens wird immer das Orakel befragt, was diese Gottheiten von ihren omos in verschiedenen Situationen, z. B. im Fall einer begangenen Sünde, fordern. Die Orakelbefragung hängt also eng mit der Darbringung von Opfern zusammen. Dabei kann das erwartete Opfer nur aus einer Kerze bestehen oder ein Tieropfer bedeuten, das als größtes aller Opfer gilt. Es muß nur stets darauf geachtet werden, dass die Gaben immer dem Willen der orishas entsprechen, da ein von ihnen nicht gewolltes Opfer als extreme Beleidigung gilt.

In der Santería kann man das Darbringen von Opfern in fünf Kategorien einteilen: Opfergabe als Dank für den Schutz der orishas, als Buße für eine begangene Sünde, als Vorbeugung, um sich den Schutz der orishas zu sichern, in der Initiationszeremonie, in der durch das Blut der Opfertiere dem Neuling die Kraft der orishas (ashé) gegeben wird und ihn von seinen Sünden in der Vergangenheit befreit, und ein Tieropfer als Ersatz für das Leben eines Menschen, das in Gefahr schwebt.

Wie bereits erwähnt, werden nicht immer Tiere als Opfer gefordert. Gleichermaßen entscheiden die orishas, was mit ihren Opfertieren geschehen wird, in bestimmten Ritualen wird das Tier von der Gemeinschaft verzehrt, in anderen Fällen jedoch wird es an bestimmte Stellen gelegt, damit der jeweilige orisha es selbst verspeisen" kann. Beispielsweise legen die Gläubigen ihre Opfer für Elegguá an Straßenkreuzungen hin, und die für Yemayá werfen sie ins Meer. Im allgemeinen, bis auf wenige Ausnahmen, werden die geopferten Tiere nur während einer Initiationszeremonie und bei Danksagungsfesten von der Gemeinschaft verzehrt.

In den USA haben die Opferpraktiken der dort inzwischen weit verbreiteten Santería zu einigen Konflikten geführt. Tierschutzvereine haben sich gegen diese Opfer gewandt, und auch einige santeros tendieren mittlerweile dahin, Tieropfer gänzlich zu vermeiden. Obwohl man dies im Sinne des Tierschutzes als eine eigentlich positive Entwicklung betrachten kann, ist ohne Tieropfer die Ausübung der traditionellen Religion nicht möglich. Anfang der 90er Jahre klagte die Stadt Hialeah, Florida, gegen die rituelle Tötung von Tieren in der Santería. 1993 entschied das U.S. Supreme Court jedoch zugunsten der Religion und der beklagten Partei, der Church of the Lukumí Babalú-Ayé, mit der Begründung, dass Tieropfer ein Bestandteil der Religion darstellen und somit in einem Land mit Religionsfreiheit zu genehmigen seien.

 

 Die Santería und der Spiritismus

Der Glaube an die magischen Kräfte der verstorbenen Ahnen ist von den Yoruba durch den Sklavenhandel in die Neue Welt gebracht worden. Ihr Glaube wird bestimmt durch die Möglichkeit der Materialisierung der Geister ihrer Vorfahren mittels eines Mediums, in Yoruba egungún genannt, durch das sie, besonders bei Beerdigungsritualen, mit den hinterbliebenen Familienmitgliedern sprechen können. Einmal im Jahr, im Juni, feiern die Yoruba zu Ehren ihrer Vorfahren ein großes Fest, das wahrscheinlich farbigste und unterhaltsamste aller Festivitäten ihrer Kultur.

In Kuba stellte sich alsbald das Problem, dass es nicht genügend egungúns gab, die diese Tradition weiterführen konnten, und nur wenige Nachfahren der ersten Yoruba lernten diese Praktiken. Erschwerend kam hinzu, dass die yorubische Tradition besagt, ein falsch ausgeführtes Ritual der egungúns führe zum sofortigen Tod. Natürlich waren nicht viele Menschen dazu bereit, dieses Risiko einzugehen. Deswegen galt der Kult Mitte des 19. Jahrhunderts als beinahe ausgestorben. In dieser Zeit jedoch verbreitete sich trotz Kritik seitens der Katholischen Kirche der Kardecismus in Kuba und anderen lateinamerikanischen Ländern, insbesondere in der Oberschicht der Gesellschaft. Die Sklaven und Bediensteten konnten ihre Herren und deren Frauen bei diesen Praktiken beobachten und bemerkten, dass diese Sitzungen in keiner Weise das Leben dieser Medien bedrohten. Aufgrund der bereits erwähnten Adaptionsfähigkeit der Yoruba konnten sie ihre alten egungún-Traditionen durch diese neue Bewegung ersetzen.

Gründer des Kardecismus war der Franzose Hippolyte Léon Denizard Rivail (1804-1869), der sich nach einem gallischen Druiden, der, wie Rivail glaubte, eine seiner früheren Inkarnationen war, Allan Kardec nannte. Seit 1850 beschäftigte sich Kardec mit dem Spiritismus, wobei er die ursprüngliche, 1848 in Amerika entstandene Form, d. h. die Beschwörung von Geistern, die sich durch ein Medium im Trancezustand mitteilen, mit dem Christentum verband. Er glaubte, dass Kommunikation mit den Geistern nur möglich sei, weil der Mensch eine Reihe von Reinkarnationen durchlaufe: To be born, to live, to die, to be born again and always move forward. That is the law."

Er vertrat weiterhin die Theorie, jeder Mensch bekäme von Gott einen oder mehrere Geister als Schutzengel zugewiesen, mit denen man kommunizieren sollte, um sich auf diese Weise Hilfe zu holen. Deswegen entwickelte er Gebete und Übungen, mit dem Ziel, die Kontaktaufnahme mit diesen Schutzengeln zu erleichtern. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt, u. a. in Spanisch und Portugiesisch, und besonders in den Ländern Argentinien, Brasilien, Kuba und Puerto Rico waren seine Werke erfolgreich. In Kuba sollen bis zu 90 % der Bevölkerung an den Kardecismus glauben.

Innerhalb der Santería ist Kardecismus zu einem unabdinglichen Bestandteil geworden, da er den Verlust einer alten Tradition ersetzt hat. Jeder santero ist gleichzeitig ein Spiritist, umgekehrt muss jedoch ein Spiritist keinesfalls ein santero sein. Das heißt, dass Spiritismus, als unabhängige Bewegung, durchaus in seiner reinen Form praktiziert wird, die Santería ist dagegen von Kardecs Ideen beeinflusst worden, wobei allerdings die philosophischen Aspekte fast vollständig außer acht gelassen werden, wichtig ist im eigentlichen die Besessenheit bzw. die Trancezustände der Medien. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise, dass bei Todesfällen neun Tage nach der Beerdigungszeremonie eine katholische Messe zu Ehren des Toten stattfindet, an deren Anschluss zusätzlich eine kardecistischespirituelle Messe zelebriert wird, in der Kardecs Gebete gelesen werden und Kontakt mit dem Toten aufgenommen wird. In der Religion der Santería steht die Verehrung der verstorbenen Vorfahren und die Kontaktaufnahme mit diesen an erster Stelle, den orishas räumt man einen Platz erst an zweiter Stelle ein. Verehrt werden nicht nur die Geister der eigenen Vorfahren, sondern auch die Verstorbenen der Glaubensgemeinschaften, die für die santeros durchaus die Bedeutung einer geistlichen Familie haben. Die Verbindung zu dieser Familie" ist sehr stark ausgeprägt und jedes Mitglied ist verpflichtet, sich gegenüber seinen geistlichen Schwestern und Brüdern entsprechend zu verhalten. Jeder Gläubige hat zudem in seinem eigenen Haus eine Art Altar, bóveda, d. h. einen Tisch mit weißer Tischdecke, auf dem er Wasserkelche stehen hat. Jeder dieser Kelche ist einem oder mehreren Vorfahren gewidmet. Im Zentrum des Tisches steht ein etwas größerer Kelch, der dem hauptsächlich verehrten Geist geweiht ist. Hauptgeister sind dabei häufig afrikanischer Abstammung. Einer der bekanntesten ist El Negrito José, der vielen santeros Schutz bietet, wobei jeder Gläubige seine eigene Darstellung von ihm hat, z. B. kann er mit einem alten afrikanischen Sklaven identifiziert werden. Dementsprechend gibt es ihn in verschiedenen Ausfertigungen in Form von Statuen. Eine Variante wäre El Negrito José in rotweißer Kleidung als Zeichen dafür, dass er mit dem orisha Changó, dessen emblematische Farben Rot und Weiß sind, eng zusammenarbeitet. Der Hauptgeist trägt ein kleines Säckchen über der Schulter, in dem sich die Kräuter befinden, die er für die Ausübung seiner magischen Kräfte benötigt.

Auf der bóveda befinden sich weiterhin Zigarren, Rum, eine Flasche aromatisierter Alkohol, Bonbons und manchmal ein zubereitetes Gericht für die Geister. Andere Gaben wie eine rote Rose oder ein Kruzifix sind möglich. Während einer Séance sitzen die Teilnehmer an einem Tisch und halten sich an den Händen. Eine bóveda wird aufgestellt, um die sich die Medien und der santero plazieren. Vor Beginn muss sich jeder Teilnehmer mit einer Flüssigkeit reinigen, die aus Wasser, dem Eau de Toilette Florida Water, und Blüten besteht. Dann zünden sie sich auf Wunsch eine Zigarre an, deren Rauch die Geister, vor allem die afrikanischen anziehen soll. Dann beginnt der santero Kardecs Gebete zu lesen. Nach einer Weile findet eine Verwandlung der Medien statt. Sie gehen unter dem Einfluss der Geister mit weit geöffneten Augen im Raum umher, und sprechen mit den Anwesenden. Ist der Geist afrikanischen Ursprungs, spricht er ein gebrochenes Spanisch mit afrikanischen Elementen, sein Verhalten ist meist das eines afrikanischen Sklaven gegenüber seinem Eigentümer.

Während dieser Zeremonie wird ebenfalls das obi-System befragt, um sicherzustellen, dass die Geister und orishas zufrieden sind. Dabei kann es vorkommen, dass sie ein Opfer verlangen. Manchmal ist die Opferung eines Hahnes vonnöten, z. B. wenn die Geister und orishas aussagen, dass ein Menschenleben in Gefahr ist.

Auch in der Santería gedenken die santeros ihrer Vorfahren an einem bestimmten Tag. Dieser fällt jedoch nicht mit dem Tag des Festes der Yoruba zusammen, sondern wurde durch die damalige Situation der Sklaven auf den Tag des katholischen Feiertages Allerseelen am 2. November gelegt.

 

 Musik und Besessenheit

In der Santería spielt die Musik eine besondere Rolle, es wird erzählt, dass die orishas in den Liedern und Rhythmen der Yoruba die Möglichkeit hatten, den Atlantik zu überqueren. Die Sklavenhalter konnten den Sklaven fast alles nehmen, nur ihre Lieder, der Schlüssel zu ihrer Religion, waren unantastbar. Man sagt, dass die Trommler und Sänger in der Lage sind, durch Klänge und Rhythmen eine Brücke zwischen Gott und der Menschheit zu bauen. Die Musik ist die Quelle ihrer Kultur, durch sie konnten die alten Weisheiten der Yoruba an ihre kubanischen Nachfahren weitergegeben werden.

Eine besondere Bedeutung tragen die batá-Trommeln. Sie bestehen aus einem Mahagoniholzrumpf in Form eines Kegels mit zwei unterschiedlich großen Trommelflächen. Diese werden mit Ziegenfell bespannt, das mit Lederbändern befestigt wird. Ein Set batá-Trommeln besteht aus drei Teilen: iyá, die größte und leitende Trommel, itótele und okónele, die mit iyá während des Spiels kommunizieren. Sie werden bei speziellen Ritualen gespielt, die tambor oder bembé genannt werden und die immer zu Ehren eines orishas stattfinden.

Weiterhin gibt es zwei unterschiedliche Sets batá-Trommeln: die ungeweihten aberínkula, und die geweihten ilú, in Kuba auch fundamento de santo genannt. Beide Sets sind den santeros heilig, doch die ilú werden für die wichtigsten Rituale in der Santería benutzt. Während es in Kuba an den ilú nicht zu mangeln scheint, gibt es in den Vereinigten Staaten lediglich zwei Sets von geweihten batá-Trommeln, weswegen sie im ganzen Land herumgereicht werden, um bestimmte Rituale durchführen zu können. Das kann bedeuten, dass ein Aspirant, der sein batá-Ritual als den krönenden Abschluß für seine Initiation haben möchte, in dem er vor den batá tanzt und somit ihre Bedeutung in der Religion anerkennt, unter Umständen jahrelang darauf warten muß. In Kuba ist dieses Ritual ein unabdingbarer Bestandteil der Initiationszeremonie, denn erst ab diesem Zeitpunkt erkennt die Gemeinschaft den Neuling vollständig an, und es wird von ihm erwartet, dass er in den Zustand der Besessenheit fällt, als Zeichen dafür, dass er tatsächlich von seinem persönlichen orisha als dessen omo akzeptiert wird.

Im Gegensatz zu den geweihten batá dürfen die ungeweihten auch außerhalb der religiösen Zeremonien gespielt werden, allerdings nur in begrenztem Maße, da sich die orishas nach dem Glauben der santeros ansonsten beleidigt fühlen oder sogar herabsteigen könnten.

In einem Ritual hat jeder Rhythmus seine eigene Bedeutung, und jeder orisha besitzt seinen eigenen Klang. Wenn die santeros durch die Trommeln die orishas anrufen zu kommen, können sie dies durch bestimmte Töne und Rhythmen erreichen. Eine Methode dafür ist die Provokation und Beleidigung eines orishas. Nennt man beispielsweise Changó einen Narren, der lieber Röcke als Hosen trägt, wird er kommen, um seine Männlichkeit zu beweisen. Sobald er Besitz von seinem Schützling ergriffen hat, werden die Rhythmen verändert, nun wird er mit den Klängen verehrt, da das Ziel, ihn zum Kommen zu bewegen, erreicht ist.

Die Besessenheit kann nur erfolgen, wenn ihr bestimmte rituelle Vorbereitungen vorausgehen und während der Zeremonie deutliche Zeichen gegeben werden, und sie endet gleichermaßen am Ende einer Zeremonie. Goodman bezeichnet diese Voraussetzungen als Schlüssel, ohne den die Tür sich nicht öffnen kann. Bei den Trommelklängen in der Santería muß deswegen stets auf die exakte traditionelle Spielweise und auf korrekte Aussprache bei den Gesängen geachtet werden, sonst wird eine Anrufung der orishas niemals den erwarteten Erfolg haben.

Die Besessenheit durch die orishas zeigt, wie nahe sie den Menschen stehen, zudem demonstrieren sie durch das Schlüpfen in eine sterbliche Hülle ihre Herrschaft über die Menschen.

Betrachtet man die Besessenheit aus analytischer Sicht, wird man mit verschiedenartigen Theorien konfrontiert. Beispielsweise könnte der orisha den unbewussten Teil der Persönlichkeit eines Menschen darstellen, der den sonst in ihm schlummernden Part durch die Besessenheit offen auslebt. Während ein Außenstehender diesen Teil als die unterdrückte Seite eines Menschen sehen mag, empfindet der santero diesen als die eigentliche heilige Quelle seiner Persönlichkeit, die somit mit dem allergrößten Respekt betrachtet werden sollte. Im Grunde betrachten die Gläubigen die orishas als Wesen, die einerseits als Kräfte außerhalb der menschlichen Seele existieren, da sie zu Menschen in den Ritualen herabsteigen und sie besteigen", andererseits jedoch stellen sie das Bewußtsein selbst dar, weswegen sie aus dem menschlichen Körper, den sie als materielle Hülle benutzen, heraus agieren. Während der Besessenheit wird ihre Kraft lediglich freigesetzt, und kann dann ungehindert den Körper des Menschen durchfließen. Während also der Begriff Besessenheit durch z. B. Dämonen in den europäisch geprägten Ländern eine negative Konnotation besitzt, bedeutet er in anderen Gesellschaften, wie der afro-kubanischen, die Besessenheit durch die afrikanischen Gottheiten, die als positiv und heilig betrachtet wird.

Während der santero in einem Ritual vor den batá tanzt, vollzieht sich eine Veränderung in ihm, die González-Wippler als allmählich beschreibt, so dass man den Zeitpunkt nicht nachvollziehen kann, zu dem das Individuum von dem orisha bestiegen" worden ist. Die Bewegungen des Besessenen beginnen sich zu verändern, er rollt mit den Augen und fängt an zu zittern, sein gesamter Körper wirkt verkrampft. Aber immer harmoniert er mit dem Rhythmus der Musik. Nacheinander ergreifen verschiedene orishas Besitz von ihren omos. Es kommt dabei vor, dass ein orisha auf mehrere Gläubige herabsteigt, da nach Meinung der santeros der Körper eines Menschen zu schwach sei, um die ganze Energie des orishas aufzunehmen. Der Trommler und Sänger des Rituals, dessen Aufgabe die Anrufung der orishas ist, geht von einem zum anderen der in Trance Verfallenen und spricht zu ihnen in Yoruba. Auch er bleibt dabei im Rhythmus der batá. Die orishas grüßen sich, gehen im Raum umher und tanzen zu der Musik. Dabei vollziehen sie Handlungen, die ein santero niemals tun würde, z. B. das Trinken von Blut. Innerhalb der Santería ist der Glaube verbreitet, dass Blut allein Gott vorbehalten sei, sie würden niemals Blut trinken, um den Zorn der orishas zu vermeiden. Ist der Gläubige allerdings besessen, gilt das Tabu für ihn nicht, da er nicht er selbst ist, sondern der orisha in ihm wirkt. Weiterhin konsultieren die Anwesenden die materialisierten orishas, die mit ihnen sprechen, sie beraten oder segnen.

In der modernen Psychotherapie finden Trommelklänge als eine Methode langsam einen Platz, die Meinung verbreitet sich, dass Musik und Trommeln helfen, Körper und Seele miteinander in Einklang zu bringen.

Geht man von der Theorie aus, die Besessenheit diene zur Auslebung des unterdrückten Ich, dann werden diese im Menschen verborgenen Gefühle freigesetzt und ausgelebt. In diesem Zusammenhang stellt sie ein Ventil für angestaute Emotionen dar und kann infolgedessen die Funktion einer psychotherapeutischen Maßnahme übernehmen. "El baile y el trance son posibilidades de expresarse a sí mismo, se trata de una válvula emocional para dehacerse de represiones sicolólgicas estancadas. De esta manera tienen valor sicológico y sicoterapéutico."

 

 Die Santería und Magie

Die Magie ist neben der Besessenheit wahrscheinlich eine der umstrittensten Aktivitäten innerhalb der Santería. Bewirkt durch verschiedene Hollywood-Filme, die zumeist über die Zauberformeln des haitianischen Voodoos berichten, haben auch die in der Santería verwandten amarres und resguardos einen schlechten Ruf. Sie gehören nicht wirklich zur Doktrin der Religion, auch wenn sie von den santeros verwendet werden. Doch sind diese Zaubereien sehr alt und wurden von den santeros seit jeher praktiziert, und im Grunde gibt es für alles eine Zauberformel: für die Liebe, das Glück, die Gesundheit und für den Gelderwerb.

Natürlich sind auch in diesem Bereich die orishas die bestimmenden Wesen. Sie legen fest, welche Zauberformeln benutzt werden müssen, um bei dem menschlichen Problem für Abhilfe zu sorgen. Der santero, der diese Formeln umsetzt, muss allerdings mit den verschiedenen amarres und ihren Möglichkeiten äußerst vertraut sein, um die gewünschte Wirkung hervorzurufen.

Im allgemeinen ist es der santero, der magische Kräfte umsetzen kann. Es gibt aber auch Zauberformeln, die allgemein zugänglich sind und von allen Menschen angewendet werden können, wie z. B. die für die Vertreibung von Pech in der Liebe: Am 5. eines Monats geht man zu einem mit Wasser gefüllten Brunnen. Barfüßig geht man wieder und wieder um den Brunnen herum mit den Worten:

Cinco pasos, cinco vidas,
cinco estigmas, cinco heridas,
cindo estrellas repetidas,
líbrame de ti, amor ingrato
y huye de mi vista en forma de gato.

In der Welt der Magie spielt der Kürbis, Oshúns Frucht, eine wichtige Rolle und wird für die unterschiedlichsten Situationen eingesetzt. Beispielsweise kann man mit seiner Hilfe einen geliebten Menschen zurückgewinnen. Dazu höhlt der santero den Kürbis aus, legt fünf Hahnkrallen, ein Ei, Pfeffer, Majoran, das Eau de Toilette Florida Water, etwas Persönliches des begehrten Menschen und seinen auf einem Stück Papier aufgeschriebenen Namen hinein. Dann spuckt der santero dreimal in den Kürbis und stellt ihn vor dem Bildnis Oshúns auf, wo er zehn Tage lang stehen bleibt. Anschließend wird er in den Fluß geworfen.

Mit dem Kürbis kann man allerdings auch Schaden anrichten. Dazu werden drei verschiedene Arten Asche zusammen mit etwas Persönlichem und dem Namen der Person, der man Schaden zufügen will, in ein Kürbisblatt gelegt. Dann bittet der santero Oshún, das Leben der verhassten Person in Asche zu verwandeln. Kurz darauf wird dem Glauben der santeros zufolge das Opfer entweder sterben, oder ihm wird ein schweres Unglück zustoßen.

Weiterhin hilft Oshún den Menschen bei Geldangelegenheiten. Dazu wird ein kleines Brötchen in Milch und Honig gelegt. Dieses wird vor Oshún aufgestellt und mehrere Tage stehen gelassen, bis das Brötchen die gesamte Flüssigkeit aufgesaugt hat. Der santero macht nun ein kleines Loch in die Mitte dieses Brötchens, steckt eine gelbe Kerze hinein, zündet sie in Oshúns Namen an und bittet um die gewünschte Summe.

Magneteisensteine gelten in der Santería als magische Steine und sind äußerst beliebt als Glücksbringer oder als Hilfsmittel für den Gelderwerb. Santeros bewahren sie immer paarweise auf, wobei der eine die weibliche, der andere die männliche Seite symbolisiert. Gewöhnlich werden sie in ein Glas oder Tongefäß gelegt. Dann füllt der santero das Gefäß mit Eisenspänen und Silber- und Goldstaub. Zusätzlich sollten einige beliebige Nadeln in einer Weise in dieses Behältnis gelegt werden, dass sie die Steine berühren. An jedem Freitag werden die Steine in Wein gewaschen. Wenn der santero die Sympathie oder Liebe eines Menschen gewinnen möchte, legt er eine von diesen Nadeln auf ein Kleidungsstück dieser Person, denn die Nadeln sollen die magnetische Kraft der Steine aufgesogen haben und somit deren Zauberkräfte besitzen.

Ferner gibt es eine Vielfalt an magischen Pulvern, von denen das so genannte precipitado rojo als das wirkungsvollste gilt. Sie werden zu allen möglichen Anlässen benutzt, z. B. als Schutz vor Feinden oder für die Liebe. Gewöhnlich werden die Kleidungsstücke, besonders aber die Schuhe der betreffenden Menschen, mit diesem Pulver bestreut.

Kräuter und Pflanzen sind für die magischen Rituale der santeros von äußester Wichtigkeit. Beispielsweise dienen die sogenannte despojos sowohl für die Entfernung von bösen Geistern als auch für das Erlangen positiver Kräfte. Auf diese Weise wird dem Hilfesuchenden die notwendige Kraft gegeben, damit er eine Lösung seines Problems finden kann.

González-Wippler respektiert den Glauben an die Magie der santeros, denn sie glaubt an das Unterbewusste im Menschen, das in den verschiedenen Situationen die Kräfte der orishas beansprucht. Der feste Glaube und ein starker Wille kann diese Kraft mit einem Schlüsselwort freisetzen, nämlich mit der Anrufung eines orishas. Die Zauberformeln und Rituale spielen ihre Ansicht nach lediglich eine Nebenrolle als zusätzliche Kraft für den santero, der ohnehin von der Macht und Hilfe seiner orishas überzeugt ist.

                                                                                                                                                                                                                      

Quellen anteilig: /www.akv-soft.de/zprivdat/kerstin/  und  www.varunaholzapfel.de