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Was ist Wicca?
Wicca ist eine Religion der Liebe zum Leben und zur
Natur. Eine heidnische Naturreligion deren Wurzeln in
die Zeit zurückreichen, da Menschen anfingen den Boden
zu bearbeiten, um von der Ernte leben zu können. Der
erste Glaube den es gab und der entstand aus dem was die
einfachen Menschen damals am meißten betraf: Die Natur,
die ihr Überleben sicherte. Niemand hat diesen Glauben
einfach irgendwann verkündet. Er entstand aus dem
täglichen Leben. Daher ist er auch vollkommend logisch.
Man weiß wie er entstand und kann es heute noch
nachvollziehen. Man muss sich nicht darauf verlassen das
irgendein 'Verkünder' bei klarem Verstand war, eine
Menge von Leuten die Information richtig weiter gab und
ein Autor schließlich das richtige niederschrieb.
Wie entstand der Glaube?
Anzunehmen ist, das die prehistorischen Menschen damals
einfach genau beobachteten was sie beeinflusste und von
was sie abhängig waren. Sie sahen, das es überall in der
Natur ein Männliches und ein Weibliches gab und das das
Weibliche für den Nachwuchs sorgte. Und da ohne den
Nachwuchs kein Fortbestand war, verehrten sie das
Weibliche vor allem.
Da ziemlich offensichtlich das Weibliche von den
Mondphasen beeinflusst wurde, und der Wandel des Mondes
ihnen wahrscheinlich ausergewöhnlich und unerklärlich
erschien, verehrten Sie den Mond als weibliche Göttin.
Da die Erde, der Boden und alle Pflanzen und die
Fruchtbarkeit gleichzusetzten war mit der weiblichen
Fruchtbarkeit, war auch die Erde für sie wie eine
mütterliche Göttin.
Und da jedes weibliche sein männliches Gegenstück
benötigt, und die Sonne dafür sorgte, das auf der Erde
alles gedieh, verehrten Sie die Sonne als männlichen
Gott.
Bei den 8 zyklischen Festen, sowie den 13
Vollmond-Festen, kann man daher leicht nachvollziehen
wie sie entstanden, wenn man sich die astrologischen
Gegebenheiten zu diesen Tagen ansieht und sie mit dem
damaligen Glauben in Einklang bringt:
Zu Yule gebirt die Göttin das Sonnenkind, an diesem Tag
fangen die Tage wieder an länger zu werden, die Sonne
wird stärker.
Zu Imbolc ist aus dem Sonnenkind ein Knabe geworden,
dessen Kraft wächst und der so durch die längeren
Sonnentage den Frühling bringt.
Zu Ostara ist aus dem Knaben ein Mann geworden, die
Stunden des Tages überholen die der Nacht und die Göttin
breitet ihren Mantel der Fruchtbarkeit über das Land.
Zu Beltane vereinigen sich die Göttin und der Gott und
die Menschen bitten um Fruchtbarkeit und um eine gute
Ernte. Die Göttin empfängt das neue Sonnenkind.
Zu Litah steht der Sonnengott im Zenit seiner Macht, es
ist der längste Tag des Jahres.
Lughnasadh ist die erste Ernte, die Tage werden wieder
kürzer, der Sonnengott verliert an Kraft. Es wird für
die Ernte gedankt.
Mabon ist die zweite Ernte, die
Herbst-Tagundnachtgleiche, die Nacht überholt die
Tagesstunden, der Sonnengott macht sich bereit für
seinen Abschied, während in der Göttin bereits das neue
Sonnenkind heranreift.
Zu Samhain verlässt der Sonnengott sein diesjähriges
Leben. Früher wurden Tiere geopfert, zum einen weil ihr
Fleisch die Menschen durch den Winter bringen musste,
zum anderen um die Götter zu bitten das der Frühling
schnell wiederkehre.
*In prehistorischen Zeiten respektierten die Menschen
also die starken Kräfte der Natur und feierten den Lauf
der Jahreszeiten und des Mondes. Sie sahen etwas
Erhabenes in der Sonne und dem Mond, in der Erde selber
und in allem Leben. Die kreierenden Kräfte des
Universums wurden personifiziert: weibliche und
männliche Grundsätze wurden zu Göttinen und Göttern. Das
waren keine halb abstrakten, übermenschlichen Figuren
die abseits der Natur gesehen wurden:
Sie wurden verkörpert duch die Erde und den Himmel, Frau
und Mann, und sogar Pflanzen und Tiere.
Diese Ansicht spielt immernoch eine zentrale Rolle in
modernem Wicca-Glauben. Für die meißten Wicca ist alles
in der Natur - und alle Götter und Göttinen - Aspekte
der erhabenen Kraft. Die Aspekte die jedoch am
häufigsten in der Craft (*engl. f. Handwerk) gefeiert
werden ist die dreifache Göttin des Mondes (die
Jungfrau, Mutter und weise Alte in einem ist) und der
Sonnengott. Diese Hauptfiguren haben viele verschiedene
Namen in vielen verschiedenen Kulturen.
Wicca hat seinen Ursprung in der paleolithischen Zeit,
zusammen mit anderen heidnischen Religionen in Europa
und hatte einen grundlegenden Einfluß auf die frühe
Christenheid. Im Mittelalter jedoch wurden Anhänger des
Wicca-Glaubens und anderer Naturreligionen (*Heiden) von
der Römischen Kirche verfolgt und bekämpft. Über einen
Zeitraum von 300 Jahren wurden Millionen von Männern,
Frauen und viele Kinder gehängt, ertrunken oder
verbrannt als schuldiggesprochene Hexen und Hexer. Die
Kirche hing ihnen schwarze Magie und Satanismus an,
obwohl diese Konzepte in Wirklichkeit niemals Teil der
alten Religion waren.
Der Wicca-Glaube wanderte in die Hinterzimmer, wurde in
kleinen, geheimen Gruppen zelebriert, die man 'Coven'
(*engl. f. Zirkel) nennt. Zum größten Teil blieb er
versteckt bis heute. Heute haben Gelehrte wie Margaret
Murray und Gerald Gardner Licht in die Ursprünge der
Craft gebracht, und die moderne Glaubensfreiheit erlaubt
es Covens in manchen Gegenden (*USA, England) freier und
offener zu agieren.
Wie Wiccas wohl heute ihren Glauben praktizieren? Es
gibt keine zentrale Authoritätsperson oder
Glaubensrichtlinien und individuelle Covens
unterscheiden sich oft stark voneinander. Die meißten
jedoch treffen sich um das Vollmond-Ritual zu feiern und
die 8 großen Feste während des Jahres. Natürlich gibt es
auch einzelne Wiccas, die keinen Zugang zu einem Coven
haben oder es auch vorziehen ihre eigenen Rituale ganz
für sich allein auszuführen.
Obwohl manche alleine oder nur mit ihrer Familie feiern,
sind viele Wicca in Covens bis zu 13 Mitgliedern
organisiert (*in England und den USA). Manche werden von
einer Hohepriesterin oder Priester geleitet, viele von
einem Team von Pristerinnen/Priestern, andere rotieren
ihren Sprecher. (*Grundsätzlich ist jedoch jeder
gleichgestellt und keiner hat Macht über den anderen.)
[...]
Es gibt viele Bereiche oder "Traditionen" von Wicca in
den USA und sonstwo, wie die Gardnerianer, Alexandrianer,
Welsh Traditionelle, Dianische, Faery (*engl.),
Seax-Wicca und andere. Alle haben jedoch einen ethischen
Code. Keine von Ihnen befassen sich mit den verrufenen
Praktiken die einige 'modere Sekten' benutzen, wie die
Isolation, Gehirnwäsche und unterbewusste Beeinflussung
von einsamen jungen Menschen. Echte Wiccas heißen andere
als ihre Brüder und Schwestern willkommen, nicht als
Untergeordnete, Jünger oder Opfer.
Coven Treffen beinhalten Rituale, Feiern und Magie.
Wicca' Magie ist nicht zu vergleichen mit den
Zaubersprüchen aus Fantasie-Lektüren oder
Mysterie-Serien die sofortige Wirkung zeigen. Auch ist
sie nicht mit mittelalterlicher Demonenbeschwörung oder
ähnlichen vergleichbar; sie wirkt in Harmonie mit den
Naturgesetzen und ist normalerweise nicht so spektakulär
- trotz ihrer Effektivität. Verschiedenste Techniken
werden dazu verwendet um Menschen und Tiere zu heilen,
um spirituellen Führung zu erlangen, oder um das Leben
der Mitglieder in speziellen Arten zu verbessern. Es
werden nur positive Ziele angestrebt, Verwünschungen und
'teuflische Zaubersprüche' werden von den Praktikern der
alten Religion abgelehnt.
Wicca Anhänger neigen dazu den Umweltschutz, die
Gleichheitsgesetze, den Weltfrieden und die
Religionsfreiheit stark zu unterstützen. Und manchmal
verwenden Sie Magie dazu.
Wiccas glauben nicht an Jüdisch-christliche
Glaubenskonzepte wie die ursprüngliche Sünde (*Adam &
Eva), die Sühne stellvertretend für andere (*Jesus),
göttliche Gerichtsbarkeit (*das jüngste Gericht) oder
die Auferstehung des Körpers (*Jesus). Wicca glauben an
ein wohltätiges Universum, die Gesetze des Karmas und
der Reinkarnation, und daran das in jedem Menschen und
in aller Natur etwas göttliches ist. Auch sind viel
Lachen und Freude ein Teil ihrer spirituellen Tradition,
sie singen gerne, tanzen, lieben und halten gerne
Festmahle ab.
Wiccas neigen dazu Individualisten zu sein und brauchen
kein zentrales heiliges Buch, keinen Propheten oder eine
kirchliche Authorität.
Sie erlangen Inspiration und Einsicht aus der
Wissenschaft und aus persönlichen Erfahrungen. Viele
Praktiker haben oft ein persönliches Büchlein (Buch der
Schatten) in dem er/sie magische Rezepte aufschreibt,
Träume, Lieder, Poesie und so weiter (* das ist kein Muß.
Viele nennen es auch Tagebücher)
Für die meisten Wicca hat jede Religion ihre eigene
wertvolle Perspektive über die Art des Göttlichen und
der menschlichen Beziehung dazu: Den einen wahren
Glauben gibt es nicht. Vielmehr ist die religiöse
Variation nötig in einer Welt der verschiedenen
Gesellschaften und Individualisten. Auf Grund dieses
Glaubens beschäftigen sich Wicca nicht damit andere zu
bekehren:
Es gibt die These das Menschen die für sich selber etwas
durch den Wicca Glauben gewinnen von alleine den 'Weg
nach Hause' finden wenn die Zeit gekommen ist. Und
obwohl Wiccas nicht den evangelischen Eifer haben, gibt
es viele Covens die gerne mit interessierten Menschen
reden.
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